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Bibel lesen, lernen und leben – Prophet

Prophet

Der sprachliche Begriff Prophet und Prophetie

Sprachliche Entwicklung

Die Bibel verwendet verschiedene Worte für die Propheten. Dazu sagt 1. Sam. 9,9, dass das Wort Prophet erst später aufkam. Der griechische Begriffe Prophet verdrängt die älteren AT-Begriffe teilweise nach und nach. Doch die alten Worte bleiben in einigen Passagen erhalten. In einigen Bibel-Übersetzungen werden die alten Begriffe nicht immer direkt als Berufener (hebr.: nabi) oder Seher (hebr.: roäh / chosäh) wiedergegeben.

Die Begriffe im Einzelnen

Begriff Sprache / Umschrift Grundbedeutungen Erläuterungen
Berufener, Sprecher hebr. nabi ()
  1. leises Geräusch (vergl. Elijah am Horeb)
  2. Mitteilung machen, Kunde
  3. (aus)rufen, verkündigen, (be)nennen

Wenn wir die ersten beiden Grund-Bedeutungen des Propheten zusammenfassen: Der Prophet ist zuerst ein in der Stille Hörender. Er erhält eine Mitteilung von Gott. Diese Kunde ruft er dann öffentlich aus. Das entspricht der Kombination der letzten beiden Grund-Bedeutungen. .

Seher hebr. roäh ()
  1. sehen; auch im übertragenen Sinne von wahrnehmen und verstehen
  2. (sich) sehen lassen
  3. gezeigt bekommen

Die Wort Seher nimmt Bezug auf die Art und Weise, wie der Prophet seine Botschaft erhält. Es beinhaltet das tiefe Verständnis, das der Prophet durch die göttliche Perspektive findet. .

Seher hebr. chosäh ()
  1. sehen, schauen
  2. äthiopisch: Spiegel
  3. Dichterisches Synonym von roäh

Durch die Nähe zum äthiopischen Spiegel wird auch sprachlich deutlich: Der Prophet erkennt sich zuerst selbst, wenn Gott zu ihm spricht (vergl. Jes 6,5;).

Mann Gottes Einer, der in Auftrag und Autorität Gottes spricht und handelt.

Neben vielen namenlosen Propheten kennen wir: Mose, ein Engel des Herrn (vergl. Ri. 13), Samuel (1.Sam 9,7;), Schemaja (1.Kö.12,22), Elijah und Elisa. Sie werden alle als Männer Gottes bezeichnet. .

Gesalbter hebr. mashiach ()
gr. christos (χριστος)
Der Begriff Gesalbter kann verschiedene Funktionen bezeichnen:
  1. (Hoher) Priester (2Mo 28+29; 4Mo 3,3;)
  2. Prophet (Ps 105,15; Sach 4; 1.Kön 19,16; 1. Chr 16,22;)
  3. König (Ri 9; 1.Kön 19,16; Jes 45,1;)
  4. In Jesus sind alle Funktionen vereint.
Der Prophet ist einer der Beiden Gesalbten aus Sacharja 4,14; und einer der beiden Zeugen aus Off. 11,3;

Ein Gesalbter ist zu einem Auftrag berufen und geweiht. Die Salbung ist Symbol für die Begabung durch den Heiligen Geist. Durch den Geist Gottes wird der Beauftragte fähig seinen Dienst nach Gottes Willen zu versehen. .

Im AT wird die Salbung wörtlich ausgeführt. Im NT tritt diese Form der Einsetzung in einen Dienst in den Hintergrund. Beim Gebet zur Kranken-Heilung (Mk 6,13; Jak 5,14;) bleibt sie erhalten. Ihre andere (symbolisch) Anwendung wird durch die (Geistes-) Taufe in das allgemeine Priestertum und das Handauflegen ersetzt. Somit tritt der Inhalt - die Bevollmächtigung und Ausrüstung zum Dienst - mehr in den Vordergrund. .

Gott beruft Menschen. Er rüstet sie mit besonderen Gaben für ihren Dienst aus. Damit kann der Leib Christi gesund wachsen und seinem Auftrag gerecht werden. .

Prophet gr. Lehnwort prophätäs (προφητης) Außerbiblisch allgemein: Sprecher im Auftrag eines Größeren.
Biblisch im engeren Sinne: Verkündiger der göttl. Offenbarung

Im allgemeinen Sinne gilt das auch für die falschen Propheten in der Bibel. Im ursprünglichen Sinn ist ein Prophet Verkündiger und Ausleger einer göttlichen Offenbarung oder Botschaft. Darum muss bei dem Begriff Prophet immer zwischen Echtem und Falschem unterschieden werden. Auch innerhalb der Bibel.

Universalrolle und Prophetie

Nach Johannes 10,27 hört jeder Gläubige die Stimme Jesu und folgt seinem Herrn. Das ist grundlegender Teil der Nachfolge. Darum ist das Hören der Stimme Gottes als Teil der christlichen Universalrolle zu verstehen, wenn es ohne einen besonderen Auftrag erfolgt.

Doch die Bibel kennt - sowohl im AT als auch im NT - darüber hinaus von Gott besonders Berufene oder Beauftragte. Gott offenbart sich ihnen in besonderer Weise. Er gibt ihnen Einsichten auf ganz verschiedene Weise. Dabei werden sie aufgefordert diese Offenbarungen als Mahnung, Zurechtweisung, Ermutigung oder Unterstützung an das Volk, den König oder Andere weiter zu geben.

Das Neue Testament enthält nur wenige Texte, die den Begriff und Auftrag des Propheten näher erklären. Das NT setzt das Verständnis der Prophetie aus dem AT voraus. Darum können wir das Wesen der Prophetie nur vom AT ausgehend verstehen. Das bedeutet aber auch, dass es keinen Unterschied zwischen alttestamentlicher- und neutestamentlicher-Prophetie geben kann.

Die Funktion der Prophetie und des Propheten: Sehende Mahner

Schon nach den Synonymen aus dem AT ist der Prophet einer, der sehend ist. Er steht in einer besonderen Gottes-Beziehung. Gott offenbart ihm Dinge, die Andere übersehen. Die biblischen Berichte zeigen: Die Propheten sind meist unbequem bis verhaßt. Sie zeigen den Menschen ihre Sünde und deren Folgen. Sie zeigen die Konsequenzen für den Betreffenden in seiner Beziehung zu Gott auf. Darum litten die Propheten unter dem Widerstand des Volkes oder dem Druck der Mächtigen.

Aufgabe und Ziel der Prophetie

Sinn und Wirkung der Prophetie kann nach folgenden Texten kurz zusammen gefasst werden:

Notwendige Differenzierung

Über die Prophetie herrscht mancherorts eine schreckliche Verwirrung. Einige halten sich schon für Propheten, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass Gott zu ihnen spricht. Aber so wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, macht Gottes Reden nicht automatisch zum Propheten. Jesus sagt in Joh 10,27: Meine Schafe hören meine Stimme und erklärt damit, dass jeder Gläubige Gott reden hört! Das ist Teil einer normalen Beziehung. Es gehört ganz allgemein zur christlichen Universalrolle.

Jeder Christ ist aufgerufen Jünger zu machen (Mt 28,18-20;). Doch er ist damit kein ausdrücklicher Evangelist. Ebenso kann auch jeder Gläubige Gott hören oder prophetisch reden (1. Sam 10,11ff;). Er ist darum aber nicht automatisch Prophet.

Beispiele prophetische Aufträge in der Universalrolle

Zur Universalrolle gehören:

Die Arten von Prophetie

Da es verschiedene Arten von Prophetie gibt listen wir hier einige gruppierte Beispiele auf.

Persönliche Prophetien

Öffentliche Prophetien

Bedingte Prophetien

Prophetien können bedingt sein. Sie stehen dabei in Wenn-dann(-Sonst) Sätzen. Die erfüllte Bedingung ist Voraussetzung für die Gültigkeit der Prophetie. Es geht dabei oft um die Androhung von Gericht. Auch manche Verheißung ist an Bedingungen gebunden.

Unbedingte Prophetien

Prophetische Träume mit fremder Deutung

Hier spielen die Randbedingungen eine wichtige Rolle. Der Prophet ist in einem fremden Land. Diesen Fremden offenbart sich Gott in einem Traum. Sie verstehen den Traum jedoch nicht. Daher wird dieser vom Propheten im Auftrag Gottes gedeutet und in Klartext übersetzt.

Die Eigenschaften eines Propheten

Voraussetzungen für Propheten

Die Erkenntnis der Wahrheit im Sinne der göttlichen Offenbarung fällt niemand einfach zu. Es gibt klare Voraussetzungen dafür, dass Gott sich uns mitteilt. Nur wer vor Gott und sich selbst ehrlich ist (oder wird), Gott aufrichtig und konsequent sucht, sowie IHM gehorchen will, wird die Wahrheit auch erkennen können (1.Chr 28,9; Joh 7,17; Joh 8,47; Joh 14,17; 1.Joh 4,6;).

Ein Prophet ist zuerst ein Jünger (Joh 1,12f;). Sein Charakter ist sichtbar vom Heiligen Geist nach Gal 5,22 geprägt.

Ein Prophet ist immer auch ein Leiter und darum gelten für ihn auch die Kriterien aus dem sogen. Bischofs-Spiegel (1. Tim 3,1-7 + 8-16; Tit. 1,5-9;).

Die Person des Propheten:

Außerdem zeichnet der Prophet sich zusätzlich aus durch:

Das Vorbild der Apostel in Thessalonich war durch reine Motive (Liebe) und gute Umgangsformen geprägt (vergl. 1.Thess 2,3-12;) Das gilt auch als Orientierung für alle anderen geistlichen Leiter.

Gaben, die zum Auftrag des Propheten gehören

Propheten und Prophetien prüfen - aber wie?

Echte Gemeinde hat immer echte Propheten bzw. wird durch den Geist der Weissagung geführt. Off. 12,17; Off. 19,10; Epheser 2,20; Epheser 4,11;

Geisterunterscheidung für Prüfung von Prophetie nicht nötig

Zum Unterscheiden von echten und falschen Propheten ist NICHT die Gabe der Geister-Unterscheidung nötig (1. Kön. 22,17; + 2. Kön. 3,11;)! Denn Ahab als gottloser König hatte die Gabe bestimmt nicht! Außerdem haben die Texte in 5Mo 13+18; einen allgemeingültigen Charakter und erwähnen die Gabe der Geisterunterscheidung nicht im geringsten im Zusammenhang mit dem Auftrag an das ganze Volk Propheten und Prophetien zu prüfen.

Schwierige, missverstandene Texte

1.Thess 5,14-22; Prüft aber Alles …: Im Griechischen wurden ursprünglich weder Wortabstände noch Satzzeichen geschrieben. Wir müssen bei der Übersetzung die Absicht des Schreibers aus dem sprachlichen Aufbau und der Logik ableiten.

Aus dem Zusammenhang geht hervor: Es handelt sich um eine Aufzählung. Die einzelnen Punkte bestehen aus Sätzen. Anders zu übersetzen widerspricht sowohl der Logik als auch dem sprachlichen Aufbau dieses Textes.


16 Freut euch allezeit!
17 Betet unablässig!
18 Sagt in allem dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
19 Den Geist löscht nicht aus [oder dämpft nicht]!
20 Weissagungen verachtet nicht!
21 Prüft aber alles, das Gute haltet fest!
22 Von aller Art des Bösen haltet euch fern!

Das ergibt einen völlig anderen Sinn, der viel besser dem Wortlaut (Alles - nicht nur angebliche Prophetie!) und der logischen Aussage des Textes paßt.

Der Text sagt mit nichten, dass eine Prophetie sowohl Richtiges als auch Falsches enthalten kann!

Es soll also Alles geprüft werden und echte Prophetie darf nicht verachtet werden. Falsche Prophetie ist aber vollständig zu verwerfen und der falsche Prophet ist des Todes schuldig (5Mo 13+18);

Empfehlenswerte Quellen: Lexikon zur Bibel, Rinecker, R.Brockhaus (Stichworte: Gaben des Geistes, Weissagung, Prophet, Prophetie) Wörterbuch zum Neuen Testament, Walter Bauer, de Gruyter (charizomai, charis, charisma, prophet, propheteia)

Gericht über Propheten

Anspruch der Prophetie:

Weil die prophetische Rede den Anspruch stellt direktes Reden Gottes zu sein – ein so spricht der HERR ist für Manche leicht ausgesprochen (vergl. Mt 9,1-8;) – bedarf es besonderer Kriterien um echte von falscher Prophetie und echte von falschen Propheten zu unterscheiden.

Gott steht zu Seinen Propheten

1.Sam 3,19-21; 1.Kön 2,17; 2.Kön 3,11; Echte Propheten werden erkannt, indem sie ihren Auftrag ausführen. Gott stellt sich zu ihnen! Sie benötigen also kein menschliches Zeugnis!

Biblische Kriterien zur Unterscheidung von echter und falscher Prophetie:

Schlüssel-Texte:

Bedingte Prophetien:

Strafe für Ungehorsam eines (echten) Propheten:

Strafe für unechte Propheten (Lügen im Namen Gottes)

Propheten Heute

Auch die Prophetie ist, wie alle Geistesgaben, Ausrüstung zum Dienst (Eph 4,12;). Sie ist nicht dazu da sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Wer damit versucht besser dazustehen oder mehr Ansehen zu genießen, der muss sehr kritisch geprüft werden.

Der Geist teilt aus wie er will (1.Kor 12,11;) darum gibt es viele aufrichtige und ehrliche Gläubige, die trotzdem nie die Berufung als Propheten erhalten.

Wenn Gott redet kann der Prophet nicht schweigen.
Wenn Gott schweigt kann der Prophet nicht reden!

Das Wappen-Element des Propheten

Wappenelement Prophet

Bedeutung der Hintergrund-Farbe Weiß im Wappen des Propheten

Bedeutung des Metalls Silber im Wappen des Propheten

Bedeutung der Gegenstand-Farbe: Grün (der Plamzweig) im Wappen des Propheten

Bedeutung des Schriftzuges: propheticaly secretsecurity direction

  1. propheticaly = He will know before long prophetisch;
    Gottes Willen verkündend, Verborgenes enthüllend, Täuschungen entlarvend: menschliche Motive (psychisch), Gottes Absichten (geistlich) und Plan (zukünftig).
  2. secretsecurity = griechisch krypto, kryptos = verborgene / verhüllte / versteckte / geheime Geborgenheit / Sicherheit;
  3. secretsecurity = hebräisch zephanja = Der HERR hat (schützend) verborgen
  4. Direction = Richtung, Ordnung, Orientierung, Weg-Weisung, Koordination, Leitung

Bedeutung des Dattelpalmen-Zweiges:

  1. Zeichen der Provinz Judäa (Palme auf römischen Münzen)
  2. Zeichen der Heiligen, Erlösten, Priester und Propheten (vergl. Hesekiel 40ff)
  3. Zeichen des Sieges (Johannes 12,13; Off. 7,9;)
  4. Zeichen üppiger Frucht (datteln)
  5. Zeichen von Festigkeit. Der Stamm diente als Bauholz.
  6. Zeichen von Schutz. Die Palm-Blätter wurden zum Dachdecken verwendet.
  7. Zeichen der Wanderung auf Erden: Laubhüttenfest.
  8. Zeichen der Nützlichkeit und Entspannung. Die Blätter wurden zu Matten und Körben verarbeitet.
  9. Zeichen der Sicherheit durch gesunde Grenzen. Die Blätter wurden zu Zäunen geflochten.

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