Bibelauslegung: Wort Gottes
Einleitung: Was bedeutet es, die Bibel als Wort Gottes
zu betrachten?
Viele Christen sehen die Bibel als Wort Gottes
. Doch sie streiten sich in grundlegenden Dingen um die Wahrheit. Selbst Kriege wurden darum geführt. Das kann nicht sein! Das widerspricht der Botschaft der Bibel. Sollte Gott sich seinen Geschöpfen nicht verständlich mitteilen können? Was läuft da falsch?
Was bedeutet es, wenn ich sage: Die Bibel ist Gottes inspiriertes Wort?
Dieser Frage wollen wir hier nachgehen.
Wo wir vom Wort Gottes
reden, ist die Wahrheit nicht weit. Wenn wir von Wahrheit
reden, dann müssen wir ein paar Punkte beachten. Die Liste soll genauer betrachtet werden. Dann verstehen wir ihre Aussagen besser. Hier die Stichpunkte:
Übersicht
- Fakt I: Menschliche Grenzen anerkennen (Ps 139,6; Hiob 42,3;)
- Konsequenz I: Tiefes Bewusstsein, dass unsere Erklärungen und Modelle vorläufig bleiben
- Konsequenz II: Offen bleiben und lernende Grundhaltung
- Konsequenz III: Respekt durch Sorgfalt der Methodik
- Konsequenz IV: Gehorsame Nachfolge
- Konsequenz V: Subjektivität ohne Relativismus
- Konsequenz VI: wachsende Nachfolge (Wirkung)
- Ergebnis: Wort Gottes
Hauptteil: Die Liste der Kriterien
Fakt I: Menschliche Grenzen anerkennen
Wir erkennen unsere menschliche Begrenztheit grundsätzlich an (vergl.: Psalm 139,6; Hiob 42,3;)! Wir kommen nicht darum herum! Wir leben nur eine begrenzte Zeit. Wir verstehen nur einen Teil von dem was uns umgibt. Wir bewältgen nur einen Teil der Herausforderungen mit denen wir im Leben konfrontiert werden … Um das zu erfahren müssen wir nicht einmal grob scheitern, sondern einfach nur reflektieren und ehrlich vor uns selbst sein.
Für die Bibel bedeutet das: Wir erkennen, dass wir weder Gott noch sein Wort ganz begreifen können.
Auch die höchste Weisheit der Menschen ist im Angesicht des Ewigen nichtig (vergl. Das Modell vom Großen Autor).
Diese Einsicht ist unverzichtbar und hat wichtige Folgen für unser Selbst- und Gottes-Verständnis.
Konsequenz I: Tiefes Bewusstsein der Vorläufigkeit unserer Erkenntnis
Die Wirklichkeit ist immer komplexer als unser Denken. Diese Einsicht erzeugt folgendes Bewusstsein: All unsere Erkenntnis hat nur einen begrenzten Modellcharakter. Unsere Vorstellungen sind nie endgültig.
Aus dieser Beschränktheit folgt, dass alle Beobachtungen, Gedanken, Erkenntnisse und daraus entwickelten Vorstellungen über Gott und die Welt unvollständig - ja gerade bruchstückhaft - sind und bleiben (vergl.: 1Kor 13,9;)!
Konsequenz II: Offen bleiben und lernende Grundhaltung
Durch diese Einsicht bleiben wir offen für Neues und erweitern unseren Horizont! Wir reflektieren uns selbst. Bei neuen Informationen sortieren wir unseren Glauben oder Teile davon neu. Ebenso leitet uns das an, zwischen klaren biblischen Aussagen und unserer Meinung darüber zu unterscheiden (vergl.: 1Kor 13,11f;).
Konsequenz III: Respekt durch Sorgfalt der Methodik
Wir haben Respekt vor Gott als Herausgeber und den inspirierten Autoren. Das veranlasst uns sorgfältig mit den Texten umzugehen. Das bedeutet auch, dass wir eindeutige Aussagen von eigener Meinung trennen (vergl. Paulus: 1.Kor. 7,12;). Wir haben unser Verständnis zu reflektieren. Wer das unterlässt handelt fahrlässig.
Konsequenz IV: Gehorsame Nachfolge
In diesem Sinne sind wir stets bereit unserer Erkenntnis aus der Schrift zu folgen. Auf diesem Weg gehorchen wir Gott und Christus in der Nachfolge (vergl. Lk 6,46; Joh 7,17;).
Konsequenz V: Subjektivität ohne Relativismus
Es bleibt dabei immer eine unvermeidbare Subjektivität erhalten. Die Subjektivität geht aber nicht so weit, dass der Glaube an sich relativ oder beliebig wird. Gottes Wahrheit bleibt ewig. Nur unser Erkennen davon verändert sich wachsend. Dabei bleibt Jesus und das Kreuz der Schlüssel.
Konsequenz VI: Wachsende Nachfolge (Wirkung)
Durch die wachsame Suche wachsen Klarheit & Führung im Glauben. Die wachsende Nachfolge zu Jesus erzeugt Leben. Außerdem werden Lehren automatisch
korrigiert. Irrlehre wird verworfen. Damit wird ein Baustein nach dem anderen Schritt für Schritt in ein größeres Bild oder Modell eingefügt.
Ergebnis: Wort Gottes
Wenn wir diese Grundsätze beherzigen, dann dürfen wir davon sprechen, dass wir die Bibel als Heilige Schrift
und Wort Gottes
ernst nehmen.
In diesem Sinne steht als erste Aufgabe zum Überdenken das Inspirationsveständnis auf dem Prüfstand! Danach werden wir uns mit der allgemeinen Auslegung (Stichworte: Text, Ort, Wort) und später mit systematischer Methodik beschäftigen.
Zusammenfassung
Wir reden oft vom Wort Gottes. Wir machen uns aber zu selten bewusst, was das bedeutet. Unser Umgang mit der Bibel muss das auch bezeugen. Bedenken wir: Erst am Ende der Liste dürfen wir mit Fug und Recht sagen: Die Bibel ist
Gottes Wort
!
bibelarbeit.info