Grundlagen: Sünde
Sünde - was ist das?
Sünde, dieser uralte, schreckliche und ominöse Begriff, den Jeder nach Gutdünken mit (un-) passenden Inhalten füllt! Einmal ist es eine Sünde ein Stück Schokolade zu genießen, das andere Mal einer schönen Frau nach zu schauen … Das eine Mal wird damit geworben, das andere Mal wird etwas verteufelt. Aber was bedeutet dieses Wort wirklich, von seinem Ursprung her? Um diese Frage sinnvoll beantworten zu können müssen wir zuerst fragen: Wo taucht das Wort Sünde das erste Mal auf?
, Wer hat dabei das Wort Sünde benutzt?
und Was war damit in genau dieser Situation gemeint?
Wo das Wort Sünde das erste Mal auftaucht, dürfte jedem halbwegs gebildeten Menschen der westlichen Welt bekannt sein: nämlich in der Bibel! Genauer gesagt in 1Mo 4,7. Direkt vor dem Brudermord Kains an Abel. Inhaltlich handelt der ganze Abschnitt und auch 1. Mose 3 vom Thema. Auch wenn das Wort Sünde darin nur in der Überschrift auftaucht. Wir müssen also ganz wörtlich genommen direkt bei Adam und Eva anfangen.
Adam und Eva
Der Sündenfall durch Adam und Eva hat eine beschämende Bewusstseinsveränderung zur Folge: Adam und Eva verlieren ihre Unschuld und bekommen Angst vor Gott, ihrem liebenden Schöpfer. Sie glauben der Lüge der Schlange, Gott hätte ihnen etwas Erstrebenswertes vorenthalten. Diese Lüge ist eine Unterstellung gegen Gott und säte damit das völlig unberechtigte Misstrauen gegen IHN. Das innige Verhältnis wird dabei zerstört. Die vertraute Gemeinschaft von Adam und Eva mit Gott ging in Folge dessen verloren. Angst, Misstrauen und Schuldverschiebungen sind die direkten Folgen. Sünde zerstört Vertrauen und Beziehungen.
Kain und Abel
Bei Kains Brudermord an Abel zeigt die Sünde als Abkehr von Gott ihr schreckliches Gesicht. Das hat bis heute nichts von ihrer Entsetzlichkeit eingebüßt. Wir brauchen nur die Zeitung zu lesen und erhalten fast täglich Berichte von ähnlichen oder schlimmeren Ereignissen.
Der sprachliche Begriff der Sünde
Die Bibel wird bis heute in zwei Sprachen überliefert: Hebräisch und Griechisch. Der Begriff Sünde in unseren Übersetzungen fasst im AT mehrere Worte zusammen, die verschiedenen Aspekte der Sünde näher beleuchten. Die wichtigsten aus dem Hebräischen davon sind:
Hebräische Worte für Sünde
chatah
: Verfehlung des Zieles;pascha
: Auflehnung;awah
: krümmen, verbiegen und als Hauptwort Schuld;schagah
: sich irren, Abirren;
Zu chatah
, Zielverfehlung, muss man dann natürlich fragen, welches das ursprüngliche Ziel der Menschen war? Zu welchem Zweck wurden wir geschaffen? Wenn ich die Bibel richtig verstanden habe, dann wurden wir dafür geschaffen lieben zu können und in gedeihlichen und friedvollen Beziehungen zu unseren Mitmenschen und unserem Schöpfer zu leben.
Von diesem Ziel sind selbst die Vorbildlicheren unter uns meist weit entfernt. Langfristig friedliche Beziehungen sind eher selten. Viel wahrscheinlicher ist, dass es Auseinandersetzungen gibt oder einer den Anderen beherrschen will … Woher das kommt? Das ist das Erbe unserer Ureltern, die glaubten, sie müssten versuchen Gott gleich zu sein (vergl. 1Mo 3,4f; … Ihr werdet sein wie Gott …
). Dabei ist es absolut unlogisch, dass ein Geschöpf sein eigener Schöpfer werden will. Es ist unlogischer Größenwahn und völlig unmöglich!
Der biblische Bericht vom Sündenfall schildert eine Situation, die etwas anders ist: jemand, der Gott seine Macht neidet, manipuliert die Menschen. Er missbraucht sie für seine verheimlichten Zwecke. Auch solche Konstellationen hat die Geschichte später oft genug gesehen.
Griechische Worte für Sünde
… Diese Arbeit muss ich noch erledigen ;) …
Die Bibel unterscheidet grundsätzlich drei Arten von Sünde:
- Die sündige Natur: Wir werden als Menschen unabhängig von Herkunft oder sozialem Status mit ihr geboren.
Diesen Zustand möchte ich hier alsSünde nullter Ordnung
bezeichnen. Auf diesen Zustand und diese Tatsache haben wir zu keinem Zeitpunkt einen Einfluss. Er ist unveränderbares Faktum und darum sind wir vor Gott auch nicht dafür verantwortlich, dass wir in der Trennung von Gott geboren wurden und die Tendenz zur Sünde in uns tragen. - Die sündige Herzenshaltung und Ursünde der Rebellion gegen Gott.
Das bezeichne ich alsSünde erster Ordnung
. Die Bibel spricht - im Vergleich zu David - vom ungeteilten Herzen. Die Nachfolge bezieht sich damit auf das erste Gebot.
Für die Entscheidung wie wir zu Gott stehen, ob wir Ihm vertrauen, sind wir voll verantwortlich, weil wir entscheiden können ob wir in der Rebellion gegen Gott (in der wir geboren wurden) verharren oder uns vertrauensvoll IHM zuwenden wollen, indem wir das Angebot der Amnestie am Kreuz akzeptieren und Jesus nachfolgen wollen. - Die konkrete sündige Tat.
Dieses Fehlverhalten bezeichne ich alsSünde zweiter Ordnung
. Sie folgt aus der Herzenshaltung. Sie kann auch Folge einer momentanen Fehleinschätzung sein.
- Ein im Herzen sündiger Mensch kann so gut, wie er will sozialisiert und angepasst sein. Er wird dabei aber nicht weniger sündige Taten auslösen, denn seine Motive sind dauerhaft böse und hinterhältig. Dieser Mensch lernt nur oberflächlich und verändert seinen Charakter nicht! Er lebt die Sünde sowohl in erster wie auch in zweiter Ordnung. Ein im Herzen Ungeteilter strebt eine Annäherung in Motiven und Charakter an Christus an. Darum sündigt er nicht mehr in erster Ordnung, sondern stetig abnehmend nur noch in zweiter Ordnung. Einen vollkommen sündlosen Zustand zweiter Ordnung wird es auf dieser in Sünde gefallenen Welt nicht geben. Dieser vollkommen sündlose Zustand zweiter Ordnung wird selbst von den Heiligen erst in der Ewigkeit erreicht werden können.
Sichtbare Auswirkungen
Im Sinne des Zustandes ist ein Bekehrter sündlos in erster Ordnung. Daraus folgt, dass ein Nachfolger Jesu zwischen der Sünde erster und zweiter Ordnung in seinem Leben unterscheidet. Er ist bestrebt Sünde zweiter Ordnung zu minimieren. Die Priorität liegt aber eindeutig darin, systematische Fehler bei sich selbst zu erkennen.
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