Tafel 1
Strophe
1 Den, der alles sah, will ich besingen in der Welt. 2 Den, der alles wusste, jedes Ding erforschte. 3 Den, der vollkommen durchschritten alle Welten. 4 Dem alle Weisheit zu erlangen durch Anu ward bestimmt. 5 Der das Verborgene erschaut hat, das Geheime offenbarte. 6 Der Kunde über die Tage vor der Sintflut brachte. 7 Er zog auf einem fernen Weg, ermüdete dabei und kehrte wieder um. 8 All seine Mühsal meißelt er in Stein. 9 Die Mauer um Hürden-Uruk ließ er bauen. 10 Um das strahlende Eanna, das helle Vorratshaus. 11 Schau an den Wall, wie Kupfer glänzen seine Steine. 12 Sieh auf den Sockel, nichts gleicht ihm. 13 Berühre doch die Schwelle, die seit Alters her besteht. 14 Geh hin zum Eanna, dem Wohnsitz Ischtars. 15 Kein künftiger König könnte Gleiches wohl erschaffen. 16 Steh auf und geh entlang an Uruks Mauer. 17 Besieh das Fundament, prüf doch die Ziegel: 18 Sind ihre Ziegel nicht gebrannt. 19 Ward nicht ihr Grundriss weise festgelegt durch sieben Maße? 20 Ein Sar ist groß die Stadt, 21 ein Sar die Palmengärten, 22 ein Sar die Niederungen, 23 dazu noch das Gebiet des Ischtar-Tempels: 24 Drei Saren also samt dem heiligen Bezirk von Uruk schließt sie ein. 25 Schau an das Kupfer-Kapsel-Siegel. 26 zerbrech sein Bronzeschloss. 27 öffne das Tor zu dem geheimen Hort. 28 tritt herzu, lies laut aus Lapislazuli die Tafel. 29 Wie Gilgamesch durch alle Widerwärtigkeiten schritt. 30 Er überragt die Könige an Ruhm und an Statur. 31 Der heldenhafte Spross von Uruk, der Stier, der stößt. 32 Voran geht er als Führer. 33 Geht hinterher, hilft seinen Brüdern. 34 Ein starker Held, Schutz seines Heeres. 35 Eine wilde Wasserflut, die steinerne Mauern zerbricht. 36 Nachkomme Lugalbandas - das ist Gilgamesch, vollkommen an Kraft. 37 Spross der erhabenen Wildkuh Ninsun. 38 Der Wildstier, Gilgamesch, der Vollendete, Ehrfurcht gebietende. 39 Er fand den Zugang zum Gebirge. 40 Grub Brunnen an des Berges Flanke. 41 über die See, das weite Meer, schritt er dorthin, wo sich der Sonnengott erhebt. 42 Das Leben suchend, streifte er durch (alle) kosmischen Regionen. 43 Mit letzter Kraft gelangte er zu Utnapischtim, dem Entrückten. 44 Er kam an Orte, die die Sintflut ganz vernichtet hatte. 45 Er hörte weise Kunde von Menschen ohne Zahl. 46 Wer kann mit ihm in seinem Königtum verglichen werden. 47 Wer könnte sprechen wie ein Gilgamesch: 48 König bin ich!
49 Seit jenem Tag, da Gilgamesch geboren wurde, ist sein Name strahlend.
Strophe
1 Zu zwei Dritteln ist er Gott, 2 Mensch zu einem Drittel nur.
3 Aruru die erhabene (Göttin) hat seines Leibes Bild entworfen. 4 Schamasch gab vom Himmel her ihm Leuchtkraft. 5 Adad verlieh ihm Heldenmut. 6 Herrlich schufen ihn die großen Götter: 7 Elf Ellen ist er lang, die Brust neun Ellen breit.
7 In Hürden-Uruk geht er einher. 8 überlegen wie ein Wildstier, sein Haupt erhoben (ist). 9 Keiner, der sich mit ihm (je) messen könnte: 10 Seine Waffen stets er bei sich trägt. 11 Durch seine (Herscher-) Trommel hält er in Bewegung die Bedrückten. 12 Die Männer Uruks sind erschöpft, bedrückt. 13 Gilgamesch lässt nicht den Sohn zum Vater. 14 Tag und Nacht treibt Gilgamesch erbarmungslos sie an. 15 Gilgamesch, er ist in Hürden-Uruk Hirte. 16 Er ist ihr Hirte, mächtig, überragend, weise. 17 Gilgamesch lässt nicht die Jungfrau zum Geliebten, 18 die Tochter (nicht) zum Helden, 19 die Gattin (nicht) zum Manne. 20 Ihr Jammern hörten die Götter da beständig. 22 Die Götter des Himmels riefen Anu, den Herrn von Uruk. 23 Du warst es doch, der den gewaltigen Wildstier schuf. 24 Keiner, der sich mit ihm je messen könnte: 25 Seine Waffen trägt er (immer) bei sich. 26 Seinem Herrscherstab gehorchend, 27 stehen seine Leute in Bereitschaft da. 28 Gilgamesch lässt nicht den Sohn zu seinem Vater. 29 Tag und Nacht treibt Gilgamesch erbarmungslos sie an. 30 Er ist in Hürden-Uruk Hirte. 31 Er ist ihr Hirte - und doch bedrückt er sie! 32 Er ist ihr Hirte, mächtig, überragend, weise. 33 Gilgamesch lässt nicht die Jungfrau zum Geliebten. 34 Die Tochter (nicht) zum Helden, 35 die Gattin (nicht) zum Manne. 36 Ihr Jammern hörte Anu da beständig. 37 Da rief man die große Aruru: 38 Du, Aruru, hast Gilgamesch erschaffen.
39 Nun schaffe Ausgleich; 40 lass seinem Herzens Ungestüm ihn ebenbürtig sein.
. 41 Sie sollen miteinander streiten, dass Uruk Frieden finde 42 Als Aruru dies vernahm, schuf sie in ihrem Inneren ein Ebenbild des Anu. 43 Die Hände wusch Aruru sich, 44 kniff Lehm sich ab und legt ihn in die Steppe. 45 Dort schuf sie Enkidu, den Helden, den Spross, ein Abbild Ninurtas. 46 Ganz mit Narben bedeckt ist sein Körper; sein Haupthaar gleicht dem einer Frau. 47 Die Locken seines Haares wachsen üppig wie Getreide. 48 Er kennt weder Land noch Leute; umgürtet ist er nur wie Sumukan. 49 Mit den Gazellen nährt er sich von (wilden) Kräutern. 50 Zieht hin zur Tränke mit dem Wild.
51 zusammen mit den Herdentieren labt sich sein Herz
/ stieß er auf ihn an der Tränke, (ihm) gegenüber. 54 Als ihn der Jäger sah, ward totenstarr sein Antlitz. 55 Er - mit seinen Tieren - trat in sein Haus hinein. 56 Vor Schreck erstarrte er, ward stumm. 57 Sein Herz erbebte, düster wurde sein Gesicht. 58 Wehmut zog in seinem Innern ein. 59 Einem Wanderer auf fernen Wegen glich sein Antlitz.
Strophe
1 Der Jäger wendet sich an seinen Vater, spricht: 2 Mein Vater, ein Mann, der von dem Berge kommt, (ist mir begegnet).
3 Er ist der schrecklichste wohl in der Welt. 4 Geballt ist seine Kraft wie des Anu Gebinde. 5 Auf dem Berge läuft er immerzu dahin. 6 Stets nährt er mit dem Wild sich von den Kräutern. 7 Stets weilt sein Fuß an der Tränke, (mir) gegenüber. 8 Ich fürchte mich und wage nicht, mich ihm zu nahen! 9 Er warf die Gruben zu, die ich gegraben. 10 Er riss die Netze aus, die ich gespannt.
11 Das Wild, die Steppentiere ließ er meiner Hand entrinnen. 12 Und hindert mich am Jagen in der Steppe.13 Sein Vater tat zum Reden auf den Mund; 14 zum Jäger sprach sein Vater da: 15 Mein Sohn, inmitten Uruks wohnet Gilgamesch.
16 Niemand ist so stark wie er. 17 Er gleicht der Feste Anus; 18 Gewaltig (geballt) ist seine Kraft. 19 Auf ihn, den König, richte deinen Blick. 20 Ihm bring die Kunde von dem gewaltigen Menschen.
21 Geh, mein Jäger, führ die Priesterin Schamchat mit Dir zur Steppe! 22 Die Priesterin wird ihn bezwingen wie ein Starker. 23 Wenn er das Wild zur Tränke führt. 24 soll ihr Gewand sie auszieh'n, nackt in ihrer Fülle sich ihm zeigen. 25 Wenn er sie sieht, so wird er sich ihr nahen. 26 Doch wird sein Wild dann von ihm fliehen, das aufgewachsen ist in seiner Steppe. 27 Dem Rate seines Vaters folgend. 28 ging hin zu Gilgamesch der Jäger. 29 Er nahm den Weg, stand still inmitten Uruks. 30 Ich suche Rat!
, sprach er zu Gilgamesch: 31 Ein Mann, vom Berge kommend, ist mir begegnet.
32 Er ist der Stärkste wohl der Welt. 33 Geballt ist seine Kraft wie des Anu Gebinde. 34 Auf dem Berge läuft er immerzu dahin. 35 Stets nährt er mit dem Wild sich von den Kräutern. 36 Stets weilt sein Fuß an der Tränke, (mir) gegenüber. 37 Ich fürchte mich und wage nicht, mich ihm zu nahen! 38 Er warf die Gruben zu, die ich gegraben. 39 Er riss die Netze aus, die ich gespannt. 40 Das Wild, die Steppentiere ließ er meiner Hand entrinnen.
41 Und hindert mich am Jagen in der Steppe. 42 Spricht Gilgamesch zum Jäger: 43 Geh, mein Jäger, nimm mit dir die Priesterin Schamchat.
44 Wenn er das Wild zur Tränke führt, 45 soll ihr Gewand sie ausziehn, 46 nackt in ihrer Fülle sich ihm zeigen. 47 Wenn er sie sieht, so wird er sich ihr nahen: 48 Doch wird das Wild ihm fliehen, mit dem er aufgewachsen ist. 49 Der Jäger ging, nahm mit sich auch Schamchat, die Priesterin. 50 Sie gingen auf dem Weg, stracks auf der Straße laufend. 51 Am dritten Tag gelangten sie zum Felde der Bestimmung. 52 Der Jäger setzte sich mit Schamchat im Versteck. 53 Den ersten Tag, einen zweiten saßen sie der Tränke gegenüber. 54 Es kam das Wild, zu trinken an der Tränke.
Strophe
1 Die Herdentiere kamen auch, am Wasser sich zu laben. 2 Und dann kam er, Enkidu, des Berges Spross. 3 Mit den Gazellen nährt er sich von Kräutern. 4 Trinkt an der Tränke mit dem Wild. 5 Zusammen mit den Herdentieren labt sein Herz am Wasser sich. 6 Jetzt sah die Schamchat ihn, den Wonnemenschen. 7 Den Mann des überflusses aus dem Steppeninneren. 8 Das ist er, Schamchat, nun entblöße deine Brüste.
9 Öffne den Schoß ihm, deine Fülle soll er nehmen. 10 Scheue dich nicht, lass ihm die Lust!
11 Wenn er dich sieht, so wird er sich dir nahen. 12 Breite dein Gewand dann aus, er lege sich auf dich! 13 Errege seine Lust, wie's eine Frau vermag! 14 Es wird sein Wild von ihm dann fliehen, 15 das aufgewachsen ist in seiner Steppe. 16 Wenn er nur erst in Liebe dir sich zugewandt. 17 Da entblößte Schamchat ihre Brüste, 18 öffnete den Schoß ihm, dass er ihre Fülle nahm. 19 Sie scheute sich auch nicht, ließ ihm die Lust. 19 Breitete ihr Gewand dann aus, 20 dass er sich auf sie legte. 21 Erregte seine Lust, wie's eine Frau vermag. 22 Er war in Liebe ihr nun zugewandt. 23 Sechs Tage, sieben Nächte lag Enkidu bei der Schamchat. 24 Als er genug von ihren Reizen hatte, 25 wandte er sein Antlitz hin zur Steppe seines Wildes: 26 Da rannten die Gazellen fort, als sie Enkidu sahen. 27 Das Wild der Steppe floh von seinem Körper. 28 So erschrocken war Enkidu, dass sein Leib erstarrte. 29 Es wankten seine Knie: 30 Sein Wild lief ihm davon! 31 Enkidu ist gehemmt, sein Lauf ist nicht mehr wie zuvor. 32 Er aber war gewachsen, weiten Sinn's geworden. 33 Er kehrte um und setzte sich der Priesterin zu Füßen. 34 Schaute empor zum Antlitz der Priesterin. 35 Und aufmerksam hört er der Schamchat Worten zu. 36 Zu Enkidu spricht da die Priesterin: 37 Klug bist du, Enkidu, wie ein Gott bist du geworden!
38 Warum läufst du in der Steppe mit den Herdentieren? 39 Komm, ich will nach Hürden-Uruk dich hineingeleiten. 40 Zum strahlenden Tempel, dem Wohnsitz von Anu und Ischtar.
41 Wo Gilgamesch, der Vollkommene, Starke, 42 die Männer wie ein Wildstier überragt. 43 Wie sie so zu ihm spricht, gefällt ihm ihre Rede. 44 Er sehnt nach einem Freunde sich, der seines Herzens Denken kennt. 45 Da spricht Enkidu zu der Priesterin: 46 Komm, Schamchat, führ du mich hin:
47 Zum strahlend hellen Tempel, dem Wohnsitz von Anu und Ischtar. 48 Wo Gilgamesch, der Vollkommene, Starke die Männer wie ein Wildstier überragt. 49 Ich will ihn fordern, will kühn anreden ihn.
Strophe
1 In Uruk will ich rufen:
Ich bin mächtig!
2 Zieh ich ein, so ändere die Geschicke ich! 3 Der geboren wurde in der Steppe, der ist stark. 4 Also auf, und lass uns gehen, dass er nun dein Antlitz sehe.
5 Ich will Gilgamesch dir zeigen; denn ich weiß wohl, wo er ist. 6 Komm, Enkidu, auf nach Hürden-Uruk. 7 Wo die Leute schön im Festgewande prangen. 8 Wo tagein tagaus ein Fest gefeiert wird. 9 Enkidu freue dich des Lebens! 10 - 12 ... 13 Ich will dir Gilgamesch in Freude wie in Leiden zeigen. 14 Schau ihn nur an, betrachte seine Züge! 15 Ein strahlend schöner Mann ist er, voll Lebenskraft. 16 Sein ganzer Körper ist mit Glanz erfüllt. 17 Größere Kraft hat er als du. 18 Er ruht nicht tags, nicht nachts. 19 So zügle nun, Enkidu, deinen Stolz! 20 Von Schamasch selbst wird Gilgamesch geliebt.
21 Anu, Enlil, Ea gaben ihm Verstandesschärfe. 23 Ehe du vom Berge hierher kamst. 24 Erschaute Gilgamesch in Uruks Mitte dich im Traum. 25 Die Deutung seines Traumes zu erfahren, erhob sich Gilgamesch. 26 Und sprach zu seiner Mutter: 27 O Mutter, zur Zeit der Nacht Ging ich umher voll Stolz.
28 Mitten unter all den heldenhaften Männern. 29 Die Fixsterne standen da. 30 Plötzlich fiel auf mich herab des Anu Gebinde.
31 Ich versuchte, es zu heben, doch es wurde mir zu schwer. 32 Ich wollte es bewegen, doch konnte ich es nicht. 33 Das ganze Land von Uruk war versammelt um es her. 34 Die heldenhaften Männer küssten ihm die Füße. 35 Ich stemmte mich dagegen. 36 Sie stützen mich: Da hob ich's auf und legte dir es hin. 37 Die Mutter Gilgameschs, die alles weiß. 38 Sprach so zu Gilgamesch: 39 Wahrscheinlich wurde jemand, der wie du ist, Gilgamesch.
40 geboren in der Steppe.
41 Heranwachsen ließ ihn der Berg. 42 Wenn du ihn siehst, wirst du dich freuen. 43 Die heldenhaften Männer werden ihm die Füße küssen. 44 Umarmen wirst du ihn wie einen Freund. 45 Und zu mir führen. 46 Gleichstellen will ich ihn mit dir. 47 Du wirst dich immer wieder zu ihm hingezogen fühlen wie zur Gattin. 48 Ein starker Kamerad ist er, der seinen Freund errettet. 49 Er ist der Stärkste wohl der Welt, gewaltig. 50 Geballt ist seine Kraft wie das Gebinde des Anu.
Strophe
1 Dann legte er sich wieder schlafen 2 und hatte einen zweiten Traum. 3 Auf stand er, sprach zu seiner Mutter: 4 O Mutter, ich hatte einen zweiten Traum:
5 Im Tor des Hauses meines Schwiegervaters, 6 mitten auf der Straße von Uruk-Rebitim lag eine Axt. 7 Um sie herum versammelten sie sich. 8 Sonderbar geformt war diese Axt. 9 Als ich sie sah, frohlockte ich. 10 Ich liebte sie, wie zu der Gattin trieb mich's hin zu ihr.
11 Ich nahm sie, legte sie an meine Seite. 12 Die Mutter Gilgameschs, die alles weiß. 13 Spricht daraufhin zu Gilgamesch: 14 Die Axt, die du gesehen, ist ein Mann!
15 Du wirst ihn heben, 16 wie zur Gattin wird dich's zu ihm treiben. 17 Gleichstellen will ich ihn mit dir. 18 Ein starker Kamerad, der seinen Freund errettet, 19 wird bald kommen zu dir. 20 Er ist der Stärkste wohl der Welt, gewaltig.
21 Geballt ist seine Kraft wie das Gebinde des Anu. 22 Zu seiner Mutter spricht nun Gilgamesch: 23 Möge Enlil es befehlen, dass zu mir herabsteigt, ein Berater.
24 Ach, dass ich einen Freund gewönne, der mir raten kann. 25 Ja - einen Freund will ich gewinnen, der mir raten kann. 26 So waren seine Träume! 27 All das sprach Schamchat zu Enkidu, 28 während sie zusammensaßen.
Tafel 2
Strophe
1 Enkidu saß vor der Schamkat; Es umschmeichelten einander die beiden. 2 Die Steppe vergaß Enkidu nun, wo er geboren ward. 3 Er hört ihr Wort, stimmt ihrer Redezu. 4 Des Weibes Rat fiel in sein Herz. 5 Dann riss sie ihr Gewand entzwei, Ihm zog den einen Teil sie an. 6 Bedeckte selbst sich mit dem anderen. 7 Sie nahm ihn bei der Hand. 8 Und führte ihn, wie eine Mutter tut. 9 zum Tisch der Hirten Bei den Ställen. 10 Es scharten sich um ihn die Hirten. 11 Aber Enkidu, der im Gebirge daheim ist Verzehrte auch mit den Gazellen das Gras, 12 Er war gewohnt, die Milch von Herdentieren nur zu saugen. 13 Sie aber legten Brot ihm vor. 14 Er war verlegen, schaute hin mit sturem Blick. 16 Enkidu weiß nicht, wie man Brot isst, (wie Brot man isst) 17 Gerstenbier zu trinken, hat er nicht gelernt. 18 Da sprach die Priesterin zu Enkidu: 1 Iss Brot, Enkidu.
19 Das gehört zum Leben! 20 Trink auch das Gerstenbier, so ist es Sitte in der Welt! 21 Da aß Enkidu Brot. 22 Bis er ganz satt war. 23 Sieben Krüge trank er aus vom Gerstenbier. 24 Sorgenfrei ward sein Gemüt, er wurde heiter. 25 Jubelte in seinem Herzen. 26 Und sein Antlitz strahlte. 27 Er rieb sich nun und (Mit Wasser wusch er ab seinen haarigen Leib: ) Wandte seinem Leib sich zu. 28 Als er mit öl sich salbte nun. 29 Sah er wie ein Stadtmensch aus. 30 Als er ein Gewand noch anzog. 31 War er wie ein Ehemann. 32 Dann nahm er seine Waffe. 33 Ging gegen Löwen vor: Die Hirten konnten ruhig schlafen in der Nacht. 34 Denn er erschlug die Wölfe. 35 Löwen jagte er davon. 36 Die großen Hüter ruhten alle: Enkidu wacht für sie. 37 Der starke Mensch. 38 Der Held, der einzigartig ist. 39 [Enkidu der] … froh machte. 40 Als er seine Augen aufhob. 41 Sah er einen Mann. 42 Zur Priesterin sprach er da: 1 Schamchat!
43 Bring den Menschen her! 44 Wohin geht er denn? Lass mich doch erfahren, wie er heißt! 1 Die Priesterin rief den Mann.
45 Ging hin zu ihm und sprach ihn an: 46 Mein Herr, wohin so eilig? Welchen Zweck hat denn Dein mühevoller Gang?
47 Der Mann sprach zu Enkidu: (Der Mann tat den Mund auf und sprach zu Enkidu: ) 48 Zum Hochzeitshaus trag ich die Speisen.
49 Den Bürgern ist die Brautwahl heut bestimmt. 50 Die Tafel werde ich mit (den) Speisen füllen für das Fest. 51 Erlesene Gerichte für das Hochzeitshaus bereitete mein Herr. 52 Dem König von Uruk-Rebitim. 53 Ist bei den Bürgern das Netz
1 zur Auswahl offen.
54 Für Gilgamesch, den König von Uruk-Rebitim. 55 Ist bei den Bürgern das Netz zur Auswahl offen. 56 Mit der Gattin der Bestimmung schläft er dann. 57 Er zuerst. 58 Danach der Ehemann. 59 Im Rat der Götter ward's verordnet. 60 Als man die Nabelschnur ihm abgeschnitten. 61 Ward so es ihm bestimmt. 62 Bei diesem Wort des Mannes Wurde bleich sein (Enkidus) Antlitz. 63 …
Strophe
1 Enkidu schritt voran. 2 Hinter ihm blieb zurück die Priesterin. 3 Als er Uruk-Rebitim betrat. 4 Scharten sich um ihn die Bürger. 5 Als er da auf der Straße Von Uruk-Rebitim stand. 6 Versammelten die Leute sich Und sprachen von ihm: 6 Sein Körperbau gleicht dem des Gilgamesch, Doch ist er von kleinerem Wuchs.
7 Er ist aber sehr stark. 8 Wo er geboren ist. 9 aß er des Frühlings Kräuter. 10 Er pflegte einst Zu saugen Milch der Herdentiere. 11 In Uruk wurden mehrfach Opfer dargebracht. 12 Rein wuschen sich die heldenhaften Männer. 13 wie schwache Kinder küssten sie die Füße ihm. 14 Hingestellt ist eine Leier für den Mann, des Gesicht gleichmütig ist; Für Gilgamesch ist wie für einen Gott. 15 Alles bereit, wie's ihm gebührt. 16 Ischcharas Schlafgemach ist schon zurechtgemacht. 17 mit der sich Gilgamesch des Nachts vereinen will. 18 Als er (Gilgamesch) herankam. 19 Schritt Enkidu gerade die Straße entlang. 20 Sich Gilgamesch in den Weg zu stellen. 21 Da erhob er sich, ging auf ihn zu. 22 Im Tor des Hochzeitshauses (ver)sperrte Enkidu ihm den Weg, mit seinem Fuß. 23 Nicht ließ er Gilgamesch hinein geh'n. 24 Sie packten sich. 25 Und beugten (die Arme) wie Stiere. 26 Zerschmetterten den Pfosten. 27 dass die Wand erbebte. 28 Ja, Gilgamesch und Enkidu Packten sich und Beugten (die Arme) wie Stiere. 29 Zerschmetterten den Pfosten. 30 dass die Wand erbebte. 31 Gilgamesch ging in die Knie. 32 Den Fuß am Boden. 33 Da legte sich sein (Enkidus) Zorn; Er wendete sich ab (von Gilgamesch). 34 Als er sich nun abgewandt. 35 Da sprach zu ihm, zu Gilgamesch, Enkidu: 36 Wie einzigartig hat dich doch geboren deine Mutter, (Parallele: T: S Z) Die Wildkuh der Hürde.
37 Ninsun! 381 Dein Haupt ist über (alle andern) Ehemänner hoch erhoben. 39 Des Volkes Königtum Bestimmte Enlil dir!
Tafel 3
Strophe
1 Sie küssten sich und schlossen Freundschaft. (Parallele: T S Z)
Strophe
1 Enkidus Augen füllten sich mit Tränen. 1 Weh wurde ihm ums Herz. 1 Erbärmlich seufzte er. 1 Ja, Enkidus Augen füllten sich mit Tränen. 1 Weh wurde ihm ums Herz. 1 Erbärmlich seufzte er. 1 Gilgamesch wandte ihm sein Antlitz zu Und sprach zu Enkidu: 1
1 Warum füllten deine Augen sich mit Tränen. 1 wurde dir ums Herz so weh? Warum musst Du so erbärmlich seufzen?1 Da sprach Enkidu zu Gilgamesch: 1 O Freund, die Sehnen meines Halses sind erschlafft.
1 Geschwächt sind meine Arme. 1 Erschöpft ist meine Kraft. 1 Gilgamesch sprach zu Enkidu ….
Strophe
1 Im Walde haust Chumbaba, der Gefährliche.
1 Ich und Du, wir wollen ihn erschlagen. 1 Ausrotten alles Böse in der Welt. 1 Dann wollen wir die Zeder fällen.1 Da sprach zu Gilgamesch Enkidu: 1 Mein Freund, ich hab es auf dem Berg erkundet.
1 Als ich dahinlief mit dem Wild. 1 Auf sechzig Doppelstunden ist der Wald umfriedet. 1 Wer vermag schon in sein Inneres hinabzusteigen? Und dann Chumbaba! 1 - Er brüllt wie die Sintflut. 1 Sein Rachen ist Feuer. 1 Tod ist sein Atem! 1 Warum sehnst du dich nach solchem Abenteuer? 1 Sich mit Chumbaba einzulassen, ist ein aussichtsloses Unterfangen.
Strophe
1 Die Zeder zu bewahren. 1 ?? Hat Enlil ihn zum Schrecken für die Sterblichen bestimmt. 1 ?? Und wer in den Wald hinab steigt, wird gelähmt.
Strophe
1 Zu Enkidu sprach da Gilgamesch: 1 Doch ich will den Zedernberg besteigen.
1 und niedersteigen in den Wald! 1 Da sprach zu Gilgamesch Enkidu: Wie sollen wir zum Zedernwald gelangen? Sein Wächter ist bewaffnet, Gilgamesch.
1 Voll Kraft ist er und schläft niemals.
Strophe
1 Gilgamesch sprach zu Enkidu: 1 Welcher Mensch steigt wohl zum Himmel auf, o Freund? Ewig thronen nur die Götter mit Schamasch!
1 Des Menschen Tage aber sind gezählt! 1 Was immer er erreichen mag - nur ein Hauch ist es! 1 Du aber fürchtest jetzt bereits den Tod! 1 Was ist aus deinem Heldenmut geworden? Ich, ich gehe dir voran! 1 Du: Du sollst dann nur noch rufen: Vorwärts! 1 Fürchte dich ja nicht! 1 Und sollte ich auch fallen - mein Name wird doch bleiben! 1 Gilgamesch fiel im Kampfe mit dem grässlichen Chumbaba!
1 Wird man dann sagen.
1 Du Spross, der in der Steppe groß ward. 1 Ein Löwe sprang dich an - du weißt ja alles!
Strophe
1 Meine Hand will ich erheben. 1 und die Zeder fällen. 1 Ich will einen bleibenden Namen mir schaffen! 1 Komm, Freund, ich will Befehl dem Waffenschmied geben. 1 Vor unsern Augen soll man Waffen gießen. 1 Den Waffenschmieden gaben sie Befehl.
1 Die Meister saßen da und hielten Rat. 1 Gewaltige Waffen wurden gegossen: Äxte, drei Talente schwer. 1 große Schwerter gossen sie. 1 mit Klingen zu je zwei Talenten. 1 Die Knäufe an den Griffen, je dreißig Minen wogen sie. 1 dazu die goldnen Schwerterscheiden, eine jede dreißig Minen schwer. 1 So dass mit zehn Talenten beide, Gilgamesch und auch Enkidu, dann gerüstet sind. 1 Zum Stadttor Uruks mit den sieben Riegeln Strömte nun das Volk … … auf der Straße (die Krieger) von Uruk-Rebitim … Gilgamesch Die Ältesten von Uruk-Rebitim … saßen vor ihm
Strophe
1 Dem Gott, von dem man spricht, will ich entgegen treten.
1 Vor dessen Namen nun die ganze Welt erzittert. 1 Ihn will ich im Zedernwald besiegen. 1 Wie stark der Spross von Uruk ist. 1 Soll nun die Welt erfahren. 1 Meine Hand will ich erheben und die Zeder fällen. 1 Einen bleibenden Namen will ich nur schaffen.1 Da widersprachen Gilgamesch die Ältesten von Uruk-Rebitim: 1 Du bist noch jung, o Gilgamesch.
1 Deine Leidenschaft trägt dich davon. 1 Die Ältesten segneten ihn. 1 Du weißt ja (gar) nicht, was du dir da vorgenommen. 1 Wir hörten nämlich, dass Chumbaba seltsam aussieht: Wer kann gegen seine Waffen schon bestehen? Auf sechzig Doppelstunden dehnt der Wald sich aus. 1 Wer vermag schon in sein Inneres hinabzusteigen? Chumbaba brüllt wie die Sintflut. 1 Sein Rachen ist Feuer, Tod ist sein Atem! 1 Warum sehnst du dich nach solchem Abenteuer? Sich mit Chumbaba einzulassen, ist ein aussichtsloses Unterfangen. 1 Als Gilgamesch die Worte seiner Ratgeber vernommen hatte.
1 Schaute seinen Freund er an und lachte.
Strophe
1 Und führe wohlbehalten dich den Weg zurück. 1 Zum Hafenkai von Uruk-Rebitim. 1 Gilgamesch kniet nieder vor Schamasch: Und spricht die Worte …
Jetzt zieh ich los, Schamasch!
1 Die Hände … Möge auch ferner noch mein Leben mir erhalten bleiben! 1 Bring heil mich zum Hafenkai zurück von Uruk. 1 Beschirme mich … 1 Gilgamesch rief seinen Freund herzu.
1 Sein Omen …
Strophe
1 Tränen rannen über Gilgameschs Gesicht: 1 … einen Weg, den nie zuvor ich ging.
1 Auch weiß ich nicht … 1 … brachten ihm die Waffen: große Schwerter.
1 Bogen und Köcher Legten sie in seine Hände. 1 Er nahm die Waffen. 1 Hing seinen Köcher um. 1 Und auch den Anschan-Bogen. 1 Den Dolch hängt er an seinen Gürtel. 1 trägt dich davon, die Ältesten segneten ihn. 1 Sie raten Gilgamesch für seinen Weg: Trau, Gilgamesch, nicht deiner Kraft Halte deine Augen auf, und achte auf dich Selbst! 1 Lass Enkidu dir vorangehn. 1 Er weiß den Weg, die Straße ist er schon gezogen. 1 Der Eingang in den Wald ist ihm bekannt. 1 Chumbabas Schliche kennt er auch! 1 Klar sind seine Augen, er wird dich beschützen. 1 Deinen Wunsch erfülle Schamasch dir! 1 Was dein Mund gesprochen, lasse er dein Auge sehn! 1 Er öffne vor dir den versperrten Pfad! 1 Den Weg tu auf er deinem Schritt. 1 Den Berg mag deinem Fuß er öffnen! 1 Möge die Nacht dir bringen, was dich erfreut. 1 möge Lugalbanda im Streite bei dir stehen. 1 damit du auch den Sieg erringst! 1 Im Fluss Chumbabas, dem du nun entgegenziehst. 1 Wasch auch die Füße dir! 1 Wenn du des Abends ausruhst, sollst du einen Brunnen (haben/finden). 1 dass in deinem Schlauch stets du reines Wasser hast! 1 Kühles Wasser bringe Schamasch dar! 1 Stets halte dich an Lugalbanda!
Assyrisch 3. Tafel
Strophe
1 Enkidu soll den Freund behüten, schützen seinen Weggefährten!
1 Seinen Leib soll er bis zu den Gattinnen hinführen! 1 In unserer Versammlung übergeben wir den König dir. 1 Kehrst du zurück, bring uns den König wieder!
Babylonische 3. Tafel
Strophe
1 Enkidu sprach zu Gilgamesch: 1 … mach dich nun auf den Weg.
1 Dein Herz sei unerschrocken! 1 Folge mir! 1 … wo seine Wohnstatt ist. 1 Zum Weg, auf dem Chumbaba geht. 1 … befiel! 1 Lass sie (dieÄltesten) zurück (in Uruk) bleiben!
Assyrisch 3. Tafel
Strophe
1 Da sagte zu Enkidu Gilgamesch: 1 Komm, Freund, lass uns gehn zum Egalmach (Palast und Tempel der Ninsun) Vor Ninsun treten, die große Königin.
1 Die kluge Ninsun, die alles weiß und unseren Füßen bedachtsame Schritte verleiht!1 Da nahmen sich Gilgamesch und Enkidu bei der Hand und gingen hin zum Egalmach. 1 Vor Ninsun tretend, die große Königin. 1 Gilgamesch stand auf und ging hinein in den Palast: 1 Ninsun … Auf einem fernen Pfade zieh ich dorthin, wo Chumbaba haust.
1 In einen Kampf lass ich mich ein, der ungewiss. 1 Auf einem unbekannten Wege will ich reisen. 1 Bis zu dem Tag, da ich, am Ziele angekommen, zur Umkehr mich bereite. 1 Bis ich zum Zedernwald gelangt bin. 1 Chumbaba, den Gefährlichen, erschlagen Und alles Böse in der Welt, das Schamasch verhasst ist, ausgerottet habe. 1 So lange mögest du für mich zu Schamasch flehen! 1 Wenn ich ihn erschlagen habe, und gefällt die Zeder. 1 Wird Friede auf Erden sein …
Strophe
1 Ihr Gemach betrat Ninsun. 1 … Sie zog ein Kleid an, wie es sich für ihren Leib geziemt. 1 Einen Kragen legt' sie um, wie's ihrer Brust entspricht. 1 … und setzte ihre Königsmütze auf. 1 … hüpfte über den Erdboden. 1 Dann stieg sie die Sprossen empor, sprang auf den Balkon. 1 Stieg auf das Dach … brachte Schamasch Weihrauch dar. 1 Vollzog das Opferritual und hob empor vor Schamasch ihre Flügel: 1 Warum gabst du mir zum Sohne Gilgamesch, warum versahst du ihn mit einem ruhelosen Herz?
1 Jetzt hast du ihn auch noch entfacht, dass er auf einem Pfade dorthin zieht, wo Chumbaba haust. 1 In einen Kampf sich einlässt, der ganz ungewiss. 1 Auf einem unbekannten Wege reisen sei. 1 Bis zu dem Tag, da er, am Ziele angekommen, umkehrt. 1 Bis er zum Zedernwald gelangt ist. 1 Chumbaba, den Gefährlichen erschlagen Und alles Böse in der Welt, das dir verhasst ist, ausgerottet hat. 1 An jenem Tage, da du … Möge Aja, die Braut, dich ohne Furcht an ihn erinnern! 1 … den Wächter der Nacht …
Strophe
1 …
Strophe
1 Sie nahm viel Weihrauch, murmelte … Dann rief Enkidu sie, die Botschaft zu verkünden: 1 O mächtiger Enkidu, nicht meinem Schoß entsprungen.
1 Jetzt nehme ich dich an als meinen Sohn. 1 Mit Einverständnis Gilgameschs. 1 der Priesterinen, kultischen Prostituierten und Geweihten. 1 … band sie Enkidu um den Hals.
Tafel 4
Babylonische Uruk-4. Tafel
Strophe
1 Nach zwanzig Doppelstunden brachen sie sich einen Bissen ab (vom Brot). 1 Nach dreißig Doppelstunden ließen sie zur Abendrast sich nieder. 1 fünfzig Doppelstunden zogen sie pro Tag. 1 Einen Weg von einem Monat, fünfzehn Tagen insgesamt. 1 Nach drei Tagen kamen sie mitten ins Gebirge. 1 Vor der Sonne gruben einen Brunnen sie.
Altbabylonische Tel-Harmal 4. Tafel
Strophe
1 Steig auf des Berges Klippe … Ich finde keinen Schlaf mehr, den die Götter sonst verleihen.
1
Strophe
1 Mit Wasser tränkte aus seinem Schlauch er mich. Der Gott, o Freund, zu dem wir ziehen.
1 ist nicht ein wilder Stier! 1 Er sieht ganz anders aus. 1 Der wilde Stier, den du gesehen, ist Schamasch. 1 Er wird uns beistehn in der Not. 1 Der Gott, der dich aus seinem Schlauch mit Wasser tränkte. 1 Ist dein Gott Lugalbanda, der dir Ehre einlegt. 1 Laß uns fest zusammenhalten, damit wir jene Tat vollbringen, die den Tod auch überdauert!
Akkadische Bokhazgöy - 4. Tafel
Strophe
1 Da nahmen sie sich bei der Hand und schritten vorwärts bis zur Abendrast … Schlaf überfiel sie, der des Nachts sich ergibt. 1 Zur Mitternacht erwachte er. 1 Enkidu, seinem Freund, erzählt er seinen Traum: 1 Hast du mich nicht geweckt? Warum bin ich erwacht? O Enkidu, mein Freund, ich schaute einen Traum.
1 Hast du mich wirklich nicht geweckt? Warum … I nach meinem ersten Traum sah ich noch einen Zweiten: In diesem Traum, Freund, stürzte ein der Berg. 1 Der mich begrub und meine Füße fasste … [V. 1 : // Begrub mich, fasst meine Füße an] Ein heller Glanz ging auf, ein Mann erschien. 1 Der Strahlendste der Welt [ist er wohl] … Er holt mich unterm Berg hervor. 1 Gab Wasser mir zu trinken, dass mein Herz erleichtert war. 1 Und stellte meinen Fuß auf festen Grund.
Assyrische - 4. Tafel
3. Strophe
1 Er, der in der Steppe einst geboren ward. 1 Enkidu, sprach zu seinem Freund, den Traum ihm deutend: 1 Dein Traum, o Freund, ist günstig.
1 ganz wertvoll ist dein Traum. 1 Der Berg, o Freund, den du gesehen, ist Chumbaba. 1 Ergreifen werden wir Chumbaba und erschlagen! 1 Und seinen Leichnam ins Gefilde werfen … 1 Nach zwanzig Doppelstunden brachen sie sich einen Bissen ab.
1 Nach dreißig Doppelstunden ließen sie zur Abendrast sich nieder. 1 Vor Schamasch gruben einen Brunnen sie. 1 Auf den Berg stieg Gilgamesch und Brachte dar ein Mehlopfer … Berg, bring mir einen Traum mit einer guten Nachricht!
4. Strophe
1 Der Berg brachte tatsächlich einen Traum. 1 Gilgamesch sitzt da, das Kinn auf sein Knie gestützt. 1 Da überfiel der Schlaf ihn, der auf Menschen sich ergießt. 1 in der zweiten Wache endete sein Schlaf. 1 Er richtete sich auf und sprach zu seinem Freund: 1 O Freund, hast du mich nicht gerufen? Warum bin ich aufgewacht!? Hast du mich nicht berührt? Warum bin ich so erschrocken? Ging nicht an mir ein Gott vorüber? Weshalb sind meine Glieder denn so steif? Freund, ich hatte nämlich einen dritten Traum.
1 Und dieser Traum war ganz entsetzlich. 1 Der Himmel schrie, die Erde dröhnte. 1 Das Licht erlosch, und finster ward es um mich her. 1 I Ein Blitz zuckt auf, empor die Flamme loderte. 1 … die Wolken quollen mächtig: Tod regnete herab! 1 Die Rotglut schwand, erloschen war das Feuer. 1 Alles, was herab gefallen, war zu Asche nun geworden.
5. Strophe
1 Bedenke, wie du noch in Uruk sprachst!
1 Nur Mut geh auf ihn (den Wächter) los … Gilgamesch, du Spross von Uruk! 1 Als Gilgamesch die Worte seines (Enkidus) Mundes hörte, ward er von Zuversicht erfüllt.
1 Mach schnell, stürz dich auf ihn (den Wächter), damit er uns auch nicht entwischt.
1 Nicht in den Wald hinabsteigt, um sich zu verstecken. 1 Noch hat er seine sieben Panzermäntel nicht sich angezogen. 1 Nur einen hat er an, die sechs andern aber abgelegt! 1 Wie ein Wildstier stürzt sich Gilgamesch nun … Da versuchte er (der Wächter) zu fliehen.
1 Jetzt schrie er auf, der Wächter des Zedernwaldes …
6. Strophe
1 VEin unsicherer Weg kann zwei, die sich zusammentun, nicht schrecken!
. 1 I Zwei dreifache … Eine dreifach geflochtene Schnur reißt nicht so schnell! 1 Des mächtigen Löwen …
Strophe
1 Enkidu sprach zu Gilgamesch: 1 Als ich hinabstieg in den Zedernwald.
1 … ward ich gelähmt. 1 Zu Enkidu sprach da Gilgamesch:
1 … mein Freund, wie Schwächlinge … … Wir sind bis hierher doch gemeinsam auf dem Berg gezogen … Freund, der du im Kampf geübt bist, mit der Schlacht vertraut … Berühre meinen Körper, und die Todesfurcht wird von dir weichen!
1 Die Lähmung gehe fort aus deiner Hüfte, und die Starre in den Knien möge schwinden! 1 Auf, Freund, lass uns zusammen weiterziehn. 1 Dein Herz verzage nicht im Kampf, vergiss den Tod … Der an meiner Seite wacht, der Mann … Der vorausschreitet, schützt sich selbst und bewahrt den Weggefährten auch. 1 Wenn jemand fällt, bleibt doch der Ruhm! 1 Zum … gelangten sie zusammen.
1 Nun hörten sie zu reden auf, verharrten still.
Tafel 5
Assyrische 5. Tafel
Strophe
1 Da standen sie, bewunderten den Wald. 1 über der Zedern gewaltige Höhe staunten sie. 1 Auch schauten sie den Zugang in den Wald sich staunend an. 1 Wo Chumbaba immer geht, war eine Fußspur. 1 Die Wege sind zurechtgemacht, der Durchgang ist bequem. 1 Den Berg der Zeder sahen sie, die Heimstätte der Götter, den Thronsitz Irninis. 1 Auf der Kuppe des Berges erhebt sich die Zeder in ihrer Pracht. 1 Ihr wonniger Schatten gibt volle Erquickung.
Strophe
1 … die Schwerter … Die äxte … Kurze und lange Schwerter … Chumbaba … Enkidu sprach zu Gilgamesch: 1 … Chumbaba … Ein unsicherer Weg kann zwei, die sich zusammentun, nicht schrecken!
1 Zwei dreifache … Eine dreifach geflochtene Schnur reibt nicht so schnell! 1 Des mächtigen Löwen …
Uruk - 5. Tafel
1. Strophe
1 Chumbaba sprach zu Gilgamesch: 1 O Gilgamesch, bedenke doch, wie töricht seid ihr doch und dumm!
1 Was trieb euch her zu mir? Enkidu, überlege doch, du Fischsohn, der du nichts von einem Vater weißt! 1 Als noch ganz jung du warst, da sah ich dich, doch tat ich dir nichts an. 1 Gilgamesch bis hin zu mir gelangen ließest. 1 … hätte ich dein Fleisch dem Schlangenvogel, dem Adler auch zum Fraße hingelegt.
Hetitische - 5. Tafel
Strophe
1 Empor zum Himmel werde ich euch heben … 1 Zur finstern Erde lass ich euch hinab dann stürzen …
Strophe
1 Gilgamesch sprach zu Enkidu: 1 O Freund, Chumbabas Antlitz hat sich jetzt verändert!
1 Enkidu sprach zu Gilgamesch:
1 Warum klagst du so erbärmlich, Freund? Lass deinen Fuß nicht gleiten, geh keinen Schritt zurück!
Strophe
1 In Strömen flossen seine Tränen. 1 Zum Sonnengott im Himmel flehte Gilgamesch: 1 Dem Sonnengott im Himmel bin ich stets gefolgt.
1 Den Weg bin ich gezogen, der mir ist bestimmt. 1 Der Sonnengott im Himmel hörte Gilgameschs Gebet: Gegen Chumbaba standen mächtige Winde auf: Der große Wind, der Nordwind, Südwind, Wirbelwind.
1 Sturm, Frostwind, Wetterwind Und Glutwind: Acht Winde standen gegen ihn auf und peitschten Chumbaba in die Augen. 1 Er vermag weder vorwärts noch rückwärts zu gehn. 1 Da gab Chumbaba auf. 1 Chumbaba sprach zu Gilgamesch: 1 Lass mich gehen, Gilgamesch!
1 Sei du mein Herr. 1 Und ich will dann dein Diener sein! 1 Und die Bäume. 1 Die auf meinem Berge wachsen. 1 … damit bauen. 1 Für dich will ich sie fallen, dir Häuser Enkidu aber sprach zu Gilgamesch:
1 Folge nicht Chumbabas Worten, die er sprach.
1 Chumbaba darf nicht leben bleiben!
Strophe
1 Gilgamesch hörte auf des Freundes Rat. 1 Er nahm die Axt in seine Hand. 1 Zog dann den Dolch aus seinem Gürtel: An seinen (Chumbabas) Hals schlug Gilgamesch. 1 Enkidu, sein Freund, … dass bei dem dritten Hieb er (Chumbaba) fiel. 1 Enkidu hatte den Herrn des Waldes erschlagen. 1 Vor dem sogar Hermon und Libanon erbebten.
Strophe
1 Die geheime Wohnstatt der Anunnaki brach er nun auf. 1 Die Bäume füllte Gilgamesch, während Enkidu. 1 Da sprach zu Gilgamesch Enkidu: 1 Nun fälle auch die Zeder, Gilgamesch!
Strophe
1 Lass nun die Zeder liegen, die hoch emporgeragt, so dass ihr Wipfel an den Himmel stieß: Dein ist sie jetzt!
1 Eine Türe will ich daraus zimmern, eine Rute breit sei sie … Kein Fremder soll in ihre Nähe treten, es gehe nur der Gott allein hindurch.
Strophe
1 Nippur freue man sich über sie! 1 Dann fügten sie ein Floß zusammen …
Strophe
1 Der Euphrat bringe sie (die Tiere) zu Enlils Tempel!
1 Enlil freue sich über dich! 1 Enlil frohlocke über sie!
Tafel 6
Strophe
1 Er (Gilgamesch) wusch sich sein verschmutztes Haar, machte hellglänzend seine Waffen. 1 Ließ seinen Haarschopf in den Nacken fallen. 1 Warf die beschmutzten Kleider ab und zog sich reine an. 1 hüllte sich in einen Mantel ein und zog den Gürtel fest. 1 Die Königsmütze setzte Gilgamesch sich auf. 1 Da hob Ischtar, die Fürstliche, die Augen auf zur Schönheit Gilgameschs: 1 Komm her zu mir, o Gilgamesch!
1 Sei mein Geliebter! 1 Gib zum Geschenk mir nur von deiner Frucht. 1 Du sollst mein Gatte sein, ich will dann deine Gattin sein. 1 Für dich will ich anschirren lassen einen Wagen ganz aus Gold und Lapislazuli. 1 Gülden sollen auch die Glieder sein, aus Edelstein die Hörner. 1 I Sturmgeister sollst als große Zugtiere du vor deine deinen Wagen spannen. 1 Tritt ein in unser Haus inmitten lauter Zedernduft. 1 Wenn du in unser Haus hineinkommst. 1 Werden dir die Schwelle und der Thronsitz deine Füße küssen. 1 Vor dir sollen beugen sich die Könige, die Edlen und die Fürsten. 1 Den Ertrag von Berg und Land sollen sie dir bringen als Tribut! 1 Deine Ziegen sollen Drillinge dir werfen, Zwillinge die Schafe! 1 Dein Esel soll mehr Lasten tragen als dein Maultier. 1 Das Roß vor deinem Wagen sei als das schnellste wohlbekannt. 1 Der Stier im Joch soll keinen haben, der ihm ebenbürtig ist.1 Ischtar, der Fürstlichen, entgegnet darauf Gilgamesch: 1 Ach, was kann ich dir schon geben, wenn ich dich zur Gattin nehme? Du hast im überfluss ja Salbe, deinen Leib zu salben, Gewänder hast du auch genug.
1 im überfluss ist Korn und Nahrung da. 1 … genügend Trank, der Königen gebührt. 1 … an der Straße magst du sitzen. 1 … bekleidet nur mit einem Mantel. 1 … mag dich nehmen … … Kälte … Eine zerfetzte Tür bist du, welche Wind und Sturm nicht abhält. 1 Ein Palast, der niederwirft den Helden. 1 Ein Elefant, der seine Decke … Erdpech, das seinen Träger beschmutzt. 1 Ein Wasserschlauch, der seinen Träger … Ein Kalkstein, der die steinerne Mauer zersprengt. 1 Ein Alabasterstein, der im Land des Feindes … Ein Schuh, der den drückt, der ihn anzieht! 1 Zeig mir einen deiner Liebchen, dem du treu geblieben bist! 1 Welchem deiner Hirtenknaben bliebest du in Liebe zugeneigt? Nun denn, ich will dir deine Liebesabenteuer nennen: Tammuz, dem Geliebten deiner Jugend. 1 Hast du Jahr um Jahr bestimmt zu weinen. 1 Die blau schimmernde Racke hast du auch geliebt. 1 Dann schlugst du sie, zerbrach(e)st ihren Flügel. 1 In den Wäldern hockt sie nun und ruft beständig: kappi
1 (mein Flügel)!
1 Als du den Löwen liebtest, den an Kraft Vollkommenen. 1 Da hast du für ihn zweimal sieben Fallgruben gegraben. 1 Auch das Roß hast du geliebt, das in der Schlacht erprobt war. 1 Doch hast du ihm hernach bestimmt die Peitsche und den Stachel und die Geißel. 1 Bestimmtest ihm, dahinzujagen sieben Doppelstunden lang. 1 Und trübes Wasser dann zu saufen. 1 Und Silili, seine Mutter, muss beständig weinen. 1 Auch ließest du den Hirten … Er brachte stets dir … Hat jeden Tag ein Zicklein dir geschlachtet. 1 Doch du hast ihn geschlagen, in einen Wolf verwandelt. 1 dass ihn verjagen seine eignen Hirtenknaben. 1 Und seine Hunde ihm in seinen Schenkel beißen. 1 Dann verliebtest du in Ischullanu dich, den Palmengärtner deines Vaters. 1 Er brachte unentwegt dir Körbe voll von Datteln Und ließ an jedem Tage deinen Tisch erstrahlen. 1 Du hobst empor zu ihm die Augen, gingst auf ihn zu: Mein lieber Ischullanu, komm, lass uns genießen deine Kraft!
1 Strecke deine Hand nur aus, berühre unsre Scham! 1 Ischullanu sprach zu dir:
Was begehrst du da von mir? Hat meine Mutter nicht gebacken, und hab' ich nicht gegessen.
1 dass ich Speise essen sollte von … dass gegen Kälte ich mit Schilfgras mich bedecken sollte? 1 Als du diese Worte von ihm hörtest.
1 Da schlugst du ihn, hast ihn in einen … verwandelt. 1 Mitten in die … hast du ihn gesetzt. 1 Nicht steigt herauf, nicht steigt hinab … Wenn du mich liebtest, würdest du genau wie jene mich behandeln! 1 Kaum hatte Ischtar dies vernommen.
1 Ergrimmte sie und stieg empor zum Himmel. 1 Ischtar trat vor Anu, ihren Vater. 1 Vor Antu, ihre Mutter, trat sie hin und sprach: 1 Vater!
1 Gilgamesch hat mich beleidigt! 1 Gilgamesch hat meine Schandtaten mir aufgezählt. 1 Meine Schandtaten und meine Treuebrüche1 Da sprach Anu zur fürstlichen Ischtar: 1 Du selbst hast all die Schmach auf dich geladen.
1 Gilgamesch hat deine Schandtaten dir ja nur aufgezählt. 1 Deine Schandtaten und deine Treuebrüche1 Zu Anu, ihrem Vater, sprach da Ischtar: 1 Vater!
1 Gib den Himmelsstier mir her, dass er gegen Gilgamesch anstürme. 1 Gilgamesch mit Furcht erfülle, töte seinen Leib. 1 Gibst du mir aber nicht den Himmelsstier. 1 Dann schlag ich deine Tür e ein. 1 Zerbrech den Riegel, lass das Tor weit offenstehn … 1 Da sprach Anu zu Ischtar, seiner Tochter: Wenn ich deinen Wunsch erfülle.
1 Wird sieben Jahre es nur Stroh noch geben. 1 Hast du für die Menschen Korn gesammelt? Und Kräuter für die Tiere wachsen lassen?1 Da sprach zu Anu, ihrem Vater, Ischtar: Korn für die Menschen habe ich gespeichert.
1 Kräuter für die Tiere ließ ich wachsen. 1 Und gab es sieben Jahre Stroh. 1 So habe für die Menschen ich genügend Korn gespeichert Und Kräuter für die Tiere wachsen lassen. 1 Anu hörte Ischtars Worte.
1 Das Seil des Himmelsstieres legte er in ihre Hand. 1 So dass Ischtar ihn hinab zur Erde führen konnte. 1 Hinab zum Euphrat stieg der Himmelsstier. 1 Durch das Schnauben des Himmelsstieres wurden Gruben aufgetan. 1 Hundert junge Männer Uruks fielen dort hinein. 1 Bei seinem zweiten Schnauben wurden wieder Gruben aufgetan. 1 zweihundert junge Männer Uruks fielen da hinein. 1 Bei seinem dritten Schnauben wurden nochmals Gruben aufgetan. 1 In eine fiel Enkidu auch hinein. 1 Enkidu sprang heraus und packte den Himmelsstier bei seinen Hörnern. 1 Schaum warf der Himmelsstier nach vorn. 1 Mit seinem Schwanzende … 1 Da sprach zu Gilgamesch zu Enkidu: O Freund, wir rühmten uns …
1 Enkidu jagte hinterher dem Himmelsstier.
1 Am Schwanzende hielt er ihn nun fest. 1 Und Gilgamesch … Zwischen Nacken und Hörner stieß er ihm … den Dolch … Als sie den Himmelsstier erschlagen und sein Herz herausgeschnitten hauen. 1 Legten sie ihn hin vor Schamasch. 1 … und neigten ehrerbietig sich vor Schamasch. 1 Dann setzten sich die beiden Brüder. 1 Ischtar aber stieg auf die Mauer von Hürden-Uruk. 1 Sie sprang auf … stieß einen Fluch aus: Wehe dem Gilgamesch, der mich geschmäht hat, weil er den Himmelsstier erschlug!
1 Kaum hatte Enkidu diese Worte Ischtars vernommen.
1 Da riss er dem Himmelsstier die rechte Hinterkeule aus und warf die Keule vor sie hin: 1 Wenn ich dich kriegte, würde ich das Gleiche mit dir tun, was ich mit diesem tat.
1 Seine Eingeweide würde ich an Deinen Arm dann hängen! 1 Ischtar versammelte um sich die Dirnen.
1 Die Freudenmädchen und die Priesterin. 1 über die rechte Hinterkeule des Himmelsstieres stimmten sie die Klage an. 1 Gilgamesch aber rief die Handwerker und alle Waffenschmiede. 1 Die Handwerkersöhne bewundern den Umfang der Hörner: Dreißig Minen Lapislazuli enthielt ein jedes. 1 Ihre Dicke maß zwei Finger. 1 Sechs Gur öl, den Inhalt beider Hörner. 1 Schenkte er als Salbe seinem Gotte Lugalbanda. 1 Er brachte sie hinein und hängte sie ins herrschaftliche Schlafgemach. 1 Sie wuschen sich im Euphrat ihre Hände. 1 Sie fassten sich bei der Hand und zogen einher. 1 Auf der Straße von Uruk schritten sie dahin. 1 Die Leute von Uruk sind versammelt, sie zu sehen. 1 zu den Dienerinnen seines Palastes spricht Gilgamesch die Worte: Wer ist der schönste aller Helden? Wer ist der herrlichste von allen Männern? Gilgamesch ist doch der schönste aller Helden!
1 Gilgamesch ist doch der herrlichste von allen Männern!1 aber Ischtar … findet auf der Straße keinen, der Freude ihr bereitet. 1 In seinem Palaste feiert Gilgamesch ein Freudenfest. 1 Es legten sich schlafen die Helden, sie ruhten aus auf dem Lager der Nacht. 1 Auch Enkidu schläft ein und träumt. 1 Auf fuhr Enkidu, erzählte seinen Traum und sprach zum Freunde:
Tafel 7
Strophe
1 O Freund, warum beraten denn die großen Götter? …
Strophe
1 [Höre doch] … was ich in dieser Nacht geträumt: Anu, Enlil, Ea und der himmlische Schamasch berieten zusammen. 1 Anu sprach zu Enlil: 1 Weil sie den Himmelsstier und Chumbaba erschlagen haben.
, so sprach Anu, 1 Muss darumder von ihnen sterben, der dem Berg die Zeder hat entrissen!
1 Aber Enlil sagte:
1 Sterben muss Enkidu!
1 Gilgamesch soll leben bleiben. 1 Der himmlische Schamasch sprach darauf zu Enlil:
1 Haben sie doch nur auf mein Geheiß Chumbaba und den Himmelsstier erschlagen.
1 Enkidu ist nicht schuldig! 1 Sollte er nun sterben?1 über den himmlischen Schamasch erzürnte sich da Enlil: 1 Du warst es ja, der jeden Tag zu ihnen sich herabließ wie zu deinesgleichen!
Strophe
1 Enkidu lehnte sich zurück vor Gilgamesch.
1
Strophe
1
Strophe
1 Enkidu schlug die Augen auf. 1 Nun spricht er mit der Türe wie mit … Obwohl die Tür e aus dem (Zedern-)Wald Keinen Verstand besitzt … : 1 Zwanzig Doppelstunden weit erspähte ich das Holz für dich.
1 Noch ehe die ragende Zeder ich sah … Dein Holz war unübertroffen! 1 Sechsmal zwölf Ellen ragtest du empor, die Breite maß zweimal zwölf Ellen. 1 Ich habe dich gezimmert, … nach Nippur. 1 hätte ich, o Türe, nur geahnt, dass … dass deine Schönheit … . 1 Dann hätte ich die Axt erhoben … Ein Floß aus dir gefertigt.
Strophe
1 Möge Enlil dich [… ] Möge er meinen Namen ausrotten und seinen Namen dafür setzen. 1 Gilgamesch vernahm die Rede seines Freundes Enkidu, es fließen seine Tränen. 1 Gilgamesch sprach zu Enkidu: 1 … vernünftig, aber sonderbar … Warum, o Freund, hast Sonderbares du hervorgebracht aus deinem Herzen? Gar wertvoll war der Traum, doch auch sehr schrecklich!
1 Ich will … zu den großen Göttern flehen. 1 … Enlil, den Vater der Götter … Dein Bildnis werde ich aus reinem Golde machen. 1 Sei unbesorgt! 1 Aus Gold … Was Enlil sprach, … Als der Morgen gerade zu dämmern begann.
1 Erhob Enkidu sein Haupt und weinte vor Schamasch. 1 Vor dem Strahlenglanz des Schamasch fließen seine Tränen. 1 Wegen des Jägers, des Rohlings, o Schamasch, fleh ich dich an.
1 Der mir nicht so begegnete wie meinem Freund.
1 Möge er nicht so viel (Wild) erjagen wie seine Kameraden.
Strophe
1 … zerstöre seine Habe, lass seine Kräfte schwinden! 1 Möge dir sein Wandel nicht gefallen. 1 Möge ihm (sein Wild) entfliehen. 1 Als er geflucht aus vollem Herzen so dem Jäger.
1 trieb ihn sein Herz, die Priesterin Schamchat gleichfalls zu verfluchen: 1 Dein Los, o Schamchat, will ich dir bestimmen.
1 Ein Schicksal, das in alle Ewigkeit nicht enden soll! 1 Nun denn! 1 Ich will mit einem großen Fluche dich verwünschen! 1 In der Frühe soll sich meine Verwünschung gegen dich erheben! 1 Ein Haus, in dem du Frau bist, werde niemals dir zuteil. 1 Nicht lieben sollst du. 1 Betreten sollst du nicht die Kammer deiner junge Mädchen. 1 Deinen schönen Schoß soll nie ein Spross verlassen. 1 Der Trunkenbold soll dir das Kleid fürs Fest besudeln … … soll nicht in deinem Haus gelagert werden, was die Menschen mit … erfüllt … Die Wüste soll dein Bett sein! 1 Im Schatten der Mauer sollst du lagern. 1 Dornen und … sollen dir die Füße blutig stechen! 1 Betrunkene und Durstige sollen deine Backe schlagen! 1 Als Schamasch diese Worte aus seinem Munde vernahm.
1 Rief er vom Himmel her ihm zu: 1 Warum, Enkidu, fluchst du der Priesterin Schamchat.
1 Die dich Speise, die der Gottheit geziemt, essen ließ. 1 Köstliches Bier dir zu trinken gab, wie's sich für Könige gehört. 1 Dich mit prächtigen Gewändern gekleidet. 1 Dir als Gefährten den strahlenden Gilgamesch gab? Nun, Freund, lässt Gilgamesch, dein eigener Bruder. 1 Ruhn dich auf einem prachtvollen Lager. 1 Auf einem Ehrenbett lässt er dich ruhen. 1 Er lässt dich sitzen auf einem Sessel des Friedens, einem Sitz zur Linken. 1 dass die Fürsten der Erde die Füße dir küssen. 1 Weinen und wehklagen lässt er um dich die Leute von Uruk. 1 Er aber wird nach deinem Fortgang seinen Leib von Schmutz bedecken lassen. 1 mit einem Wolfsfell bekleidet in der Steppe reiten. 1 Als Enkidu die Worte des Helden Schamasch vernahm.
1 Kam sein aufgewühltes Herz zur Ruhe. 1 Nun denn, o Schamchat, so will ich dein Los dir bestimmen!
Strophe
1 Hab ich dich verflucht, so will ich nun dich segnen! 1 Könige, Fürsten und Edle sollen nun dich lieben! 1 … auf seinen Schenkel schlagen! 1 … das Haar … seinen Gürtel lösen! 1 … Lapislazuli und Gold … 1 Enkidu war in seinem Innern von Kummer bedrückt … Allein lag er da … In einer Nacht schüttete er sein Herz dem Freunde aus:
1 O Freund, in dieser Nacht hab ich geträumt: Der Himmel schrie, die Erde hallte wider.
1 Zwischen ihnen stehe ich. 1 … ein … mit finsterem Gesicht. 1 Das gleich dem … war. 1 Seine Krallen waren Adlerkrallen … … doch er bezwang mich. 1 … ließ mich sinken. 1 … meinen Leib hielt er gefangen. 1 … verwandelte mich ganz … Flügel wie von Vögeln an meine Arme. 1 Nun ergriff er mich und führte mich zum Haus der Finsternis, dem Wohnsitz von Irkalla. 1 Zum Hause, das nicht mehr verlässt, wer einmal eingetreten ist. 1 Zum Weg, auf dem es keine Umkehr gibt. 1 Zum Hause, dessen Bewohner des Lichts beraubt sind. 1 wo Staub ihr Brot und ihre Speise Lehm ist. 1 wo sie wie Vögel mit einem Flügelkleid versehen sind und kein Licht erblicken, im Finstern sitzen. 1 Im Haus des Staubes, das ich jetzt betreten hatte. 1 … die Kronen abgenommen … … der gekrönten Häupter, die seit Urzeiten die Erde beherrschten. 1 Den … des Anu und Enlil setzen sie geröstetes Fleisch vor. 1 Stellen Gebäck hin und tränken aus Schläuchen sie mit kühlem Wasser. 1 Im Haus des Staubes, in das ich eingetreten. 1 Wohnen Oberpriester ebenso wie Ministranten. 1 Wohnen Reinigungspriester zusammen mit Wahrsagepriestern. 1 Wohnen die gesalbten Apsu-Priester der großen Götter. 1 Dort wohnt Etana auch mit Sumukan. 1 Wohnt Ereschkigal, die Königin der Unterwelt. 1 Vor ihr kniet die Herrin der Steppe (Belet-seri), die Schreiberin der Unterwelt. 1 Sie hält eine Tafel in der Hand und liest ihr daraus vor. 1 Sie hob ihr Haupt, erblickte mich. 1 Und legte …
Strophe
1 … Der Tag, da den Traum er gesehn, war zu Ende. 1 Da liegt Enkidu nun den ersten Tag, den zweiten Tag. 1 Enkidu liegt todkrank auf seinem Lager. 1 Den dritten Tag, den vierten Tag … Den Fünften, sechsten, siebten, achten, neunten und den zehnten Tag. 1 Immer kränker wird Enkidu. 1 Den elften Tag und noch den Zwölften liegt er da. 1 Enkidu liegt auf seinem Lager, mit dem Tode ringend. 1 Da rief er Gilgamesch und sprach zu ihm: 1 O Freund [ wer ] hat mich verflucht.
1 Ich sterbe nicht wie einer, der im Kampfe fällt; Denn ich fürchtete die Schlacht, … O Freund, wer in der Schlacht … Doch ich …
Tafel 8
Strophe
1 Als der Morgen gerade zu dämmern begann. 1 Sprach Gilgamesch zu seinem Freund: 1 Enkidu, dessen Mutter die Gazelle war.
1 Ein wilder Esel war dein Vater - sie zogen dich ja auf. 1 … mit ihrer Milch dich nährten; das Wild Der Steppe teilte alle Weideplätze ja mit dir. 1 Die Spuren Enkidus im Zedernwald Sollen Tag und Nacht … Weinen sollen über dich die Ältesten des weiten Hürden-Uruk. 1 Weinen sollen … Weinen sollen … der Berge des Gebirges. 1 Das flache Land soll klagen, als wär es deine Mutter. 1 Weinen sollen über dich … Zypressen und die Zeder … , die wir in unserm Zorn erschlugen. 1 Weinen sollen über dich Bär und Hyäne, Leopard und Tiger … Löwe, Stier, Hirsch, Steinbock, der Steppe Herdentiere. 1 Weinen soll auch über dich der Ulai (Karun), an dessen Ufer wir voll Stolz entlang gegangen. 1 Weinen soll auch über dich der reine Euphrat. 1 Mit dessen Wasser wir die Schläuche füllten. 1 Weinen sollen über dich die Krieger des weiten Hürden-Uruk. 1 Die … als wir den Himmelsstier erschlugen. 1 Weinen sollen über dich die Brüder mit den Schwestern. 1 Ich weine über dich …
Strophe
1 Hört mich, ihr Ältesten von Hürden-Uruk, hört mir zu! 1 Ich weine um Enkidu, meinen Freund. 1 Bitter klagend wie ein Klageweib! 1 Er war die Axt an meiner Seite, der meine Hand vertrauen konnte. 1 Der Dolch an meinem Gürtel, … , der vor mir steht. 1 Mein festlich Kleid, … Ein böser Dämon kam herauf und nahm ihn mir. 1 Mein Freund, gehetzt hast du des Berges wilden Esel, den Leopard der Steppe. 1 Enkidu, mein junger Freund, gehetzt hast du des Berges wilden Esel, den Leopard der Steppe! 1 Haben wir gemeinsam doch den Berg erstiegen. 1 Den Himmelsstier ergriffen und erschlagen. 1 Wir warfen auch Chumbaba nieder, der im Zedernwalde hauste. 1 Nun - was für ein Schlaf hat deiner sich bemächtigt? Die Finsternis hält dich umfangen, nun hörst du mich nicht mehr. 1 Die Augen schlug er (Enkidu) nicht mehr auf.
1 Das Herz berührte er - es schlug nicht mehr. 1 Da verhüllte er dem Freund wie einer Braut das Angesicht. 1 Wie ein Adler schwebt er kreisend über ihm. 1 Wie eine Löwin, ihrer Jungen beraubt ist. 1 Schreitet er rückwärts und dann wieder vorwärts. 1 Rauft sich die Haare aus und streut sie auf den Boden. 1 Zerreißt sein prächtiges Gewand und wirft es hin wie etwas Unreines. 1 Als der Morgen gerade zu dämmern begann,
Strophe
1 Rief Gilgamesch in die Welt hinaus: 1 Schmied, Kupfer- und Goldschmied … Formt nun ein Bildnis meines Freundes … !
1 Da ließ er formen ein Standbild seines Freundes.
1 Aus … die Glieder … Aus Lapislazuli sei deine Brust, von Gold dein Körper.
Strophe
1 Auf einem prachtvollen Lager lass ich dich ruhen. 1 Auf einem Ehrenbett lass ich dich ruhn. 1 Ich lasse dich sitzen auf einem Sessel des Friedens, einem Sitz zur Linken. 1 dass die Fürsten der Erde dir die Füße küssen. 1 Weinen und wehklagen lasse ich um dich die Leute von Uruk. 1 Ich aber werde nach deinem Fortgang meinen Leib von Schmutz bedecken lassen. 1 Mit einem Wolfsfell bekleidet in der Steppe reiten.
Strophe
1 Als der Morgen gerade zu dämmern begann. 1 Stellte er draußen einen großen Tisch aus Elammakku-Holz hin. 1 Füllte mit Honig eine Schüssel aus … Füllte mit Butter eine Schüssel aus Lapislazuli. 1 … schmückte er und stellte sie vor Schamasch hin.
Tafel 9
Strophe
1 Gilgamesch weint bitterlich um Enkidu, seinen Freund, und jagt über die Steppe hin. 1 Werde ich nicht - ebenso - wie Enkidu sterben müssen? Wehmut zog in meinem Innern ein.
1 Ich fürchte nun den Tod und jage über die Steppe hin. 1 Zu Utnapischtim, dem Sohn Ubara-Tutus. 1 Habe den Weg ich beschritten, ich eile dahin. 1 Wenn ich bei Nacht zu den Pässen des Berges gelange Und gewaltige Hunde seh und mich fürchte. 1 Dann hebe mein Haupt ich empor und bete zum heiligen Mond. 1 An ihn, die Leuchte der Götter, richte ich meine Gebete: Heiliger Mond, bewahre mich jetzt!
1 Als er in der Nacht schlief, erschrak er vor einem Traum: Da waren … die sich ihres Lebens freuten.
1 Er nahm die Axt in seine Hand. 1 Zog den Dolch aus seinem Gürtel Und fiel wie ein Pfeil mitten unter sie. 1 Er schlug auf sie ein und verscheuchte sie.
Strophe
1 … des Berges, der Maschu genannt wird. 1 Er (Gilgamesch) nähert sich dem Maschu-Berg. 1 Wo Skorpionmenschen Auszug und Einzug bewachen. 1 Ober denen der Himmelsgleicher (shupuk shamu) sich erstreckt. 1 Während ihre Brust unten an den Arallu heranreicht. 1 Ja, Skorpionmenschen bewachen sein Tor. 1 Furchtbar ist ihr Schrecken, und ihr Anblick tötet. 1 Ihr fürchterlicher Schein umhüllt die Berge. 1 Sie wachen auch über die Sonne, wenn sie auszieht und einzieht. 1 Als Gilgamesch sie sah, da ward vor Furcht Und Schreck sein Antlitz finster. 1 Er fasste Mut und trat dann vor sie hin. 1 Der Skorpionmensch ruft da seinem Weibe zu: 1 Der Körper dessen, der da zu uns kommt, ist Götterfleisch.
1 Dem Skorpionmenschen gab sein Weib zur Antwort:
1 Zu zwei Dritteln ist er Gott, Mensch zu einem Drittel nur.
1 Der Skorpionmensch-Mann ruft nun Dem … der Götter die Worte zu:
1 Warum bist du denn so fernen Weg gegangen.
1 Bis du endlich auch hierher zu mir gelangtest? … schwer zu überschreiten … … möchte ich erfahren.
Strophe
1 Zu meinem Vorfahr Utnapischtim … Der in die Versammlung der Götter trat und so das Leben fand.
1 Nach Tod und Leben möchte ich ihn fragen.1 Der Skorpionmensch sprach zu Gilgamesch: 1 O Gilgamesch, noch kein Mensch vermochte lebend Das Innere des Berges zu durchschreiten.
1 Zwölf Doppelstunden dehnt sein Inneres sich aus. 1 Dicht ist die Finsternis, kein Licht ist da! 1 Beim Auszug der Sonne … Beim Einzug der Sonne …
Strophe
1 Durch Wehklagen … In Kälte oder Hitze … Unter Seufzern … Nun …
1 Der Skorpionmensch sprach darauf zu Gilgamesch: 1 Geh, Gilgamesch … Das Maschu-Gebirge … Die Berge des Maschu-Gebirges … Mögest du wohlbehalten … Das Tor …
1 Als Gilgamesch dies hörte.
1 Gehorchte er dem Wort des Skorpionmenschen. 1 Auf dem Wege der Sonne ging Gilgamesch durchs Tor. 1 Als er eine Doppelstunde weit gekommen. 1 Ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er zwei Doppelstunden weit gekommen,
Strophe
1 Ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er vier Doppelstunden weit gekommen. 1 Ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er fünf Doppelstunden weit gekommen. 1 Ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er sechs Doppelstunden weit gekommen. 1 Ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er sieben Doppelstunden weit gekommen. 1 Ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er acht Doppelstunden weit gekommen, da ruft er … Es ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er neun Doppelstunden weit gekommen … der Nordwind … sein Gesicht. 1 Es ist ganz dicht die Finsternis, kein Licht ist da. 1 Er kann nichts sehen, weder vor noch hinter sich. 1 Als er zehn Doppelstunden weit gekommen. 1 Nähert er sich … Als er elf Doppelstunden weit gekommen, tritt vor der Sonne er heraus. 1 Als er zwölf Doppelstunden weit gekommen, ist es hell. 1 Vor ihm stehen Bäume ganz aus Edelstein. 1 Er strebt zu ihnen hin, sie anzuschauen. 1 Der Karneol-Weinstock trägt reife Frucht. 1 Lässt seine Reben hängen, gar lieblich anzusehn. 1 Der Lapislazulibaum trägt … . 1 Trägt Frucht, die nur zu sehen eine Lust schon ist.
Tafel 10
Strophe
1 In ihre Felle kleidet er sich, isst ihr Fleisch … Da wurde Schamasch sehr bedrückt, wandte sich ihm zu und sprach zu Gilgamesch: 1 Wo läufst du hin? Das Leben, das du suchst, wirst du gewiss nicht finden!
1 Zum Helden Schamasch sprach da Gilgamesch: Seitdem ich in der Steppe laufe und umher nur irre.
1 Habe ich mein Haupt ins Innerste der Erde auch gelegt. 1 Soll ich all die Jahre schlafen? Lass mein Auge doch die Sonne sehen und am Licht sich sättigen. 1 Weichen muss die Finsternis, wo nur Licht in Fülle ist! 1 Lass den, der des Todes starb, den Glanz des Schamasch sehen!
Strophe
1 Siduri, die Schenkin, die am Gestade des Meeres wohnt Und sitzt als Jungfrau … Es haben einen Kelch ihr angefertigt … Verhüllt ist sie mit einem Schleier … Daher kommt Gilgamesch gegangen … In ein Fell ist er gekleidet … Sein Körper ist aus Götterfleisch … Wehmut zieht in seinem Innern ein. 1 Einem Wanderer auf fernen Wegen gleicht sein Antlitz. 1 In die Ferne schweift der Schenkin Blick … Sie redet zu ihrem Herzen, die Worte spricht sie. 1 Als sie mit sich selbst zu Rate geht: 1 Womöglich ist er gar ein … Wohin eilt er wie ein Jäger?
1 Als ihn die Schenkin sah, verriegelte das Tor sie.
1 verriegelte ihr Tor, verriegelte den Riegel. 1 Doch Gilgamesch vernahm den Widerhall. 1 Da sah er auf und … Zur Schenkin sprach nun Gilgamesch: 1 Was sahst du, Schenkin, dass dein Tor du hast verriegelt? Dein Tor verriegelt, verriegelt deinen Riegel? Einschlagen werd ich deine Türe, den Riegel dir zerbrechen!
Strophe
1 Zur Schenkin sprach jetzt Gilgamesch: 1 Ich habe den Stier, der vom Himmel herabstieg, gepackt und getötet.
1 Den Wächter des Waldes erschlagen. 1 Chumbaba niedergeworfen, der im Zedernwald hauste. 1 Gewaltige Hunde in den Pässen des Berges getötet. 1 Da sagte die Schenkin zu Gilgamesch:
1 Wenn du, Gilgamesch bist, der den Wächter erschlug.
1 Chumbaba niederwarf, der im Zedernwald hauste. 1 Gewaltige Hunde in den Pässen des Berges tötete. 1 Den Stier, der vom Himmel herabstieg, gepackt und getötet hat. 1 Warum sind deine Wangen abgezehrt und ist dein Haupt gesenkt. 1 Ist dein Herz so aufgewühlt, sind deine Züge ganz entstellt? Warum zog Wehmut ein in deinem Innern. 1 Gleicht nun dein Antlitz einem Wanderer auf fernen Wegen? Warum haben … und Hitze dein Gesicht versengt? Warum reitest du … nun durch die Steppe? 1 Da antwortete der Schenkin Gilgamesch:
1 O Schenkin, sollen meine Wangen denn nicht abgezehrt sein und mein Haupt gesenkt.
1 Soll mein Herz nicht aufgewühlt sein, meine Züge ganz entstellt. 1 Soll nicht in meinem Innern Wehmut eingezogen sein. 1 Mein Antlitz einem Wanderer auf fernen Wegen gleichen. 1 Sollen … (Sonne) und Hitze nicht mein Gesicht versengt haben. 1 Und sollte ich nicht wie ein Jäger durch die Steppe reiten?
Strophe
1 Mein Freund - den so sehr ich liebte, der mit mir durch alle Mühsal ging. 1 Enkidu, den so sehr ich liebte. 1 Der mit mir durch alle Mühsal ging. 1 Ihn hat der Menschheit Los ereilt. 1 Tag und Nacht hab ich um ihn geweint - Ich wollt ihn nicht begraben lassen. 1 Vielleicht würde doch mein Freund noch aufgeweckt von meinem Schrei - Sechs Tage, sieben Nächte lang. 1 Bis die Würmer auch seine Nase angefressen. 1 Seit ich ihn verlassen musste, finde ich kein Leben mehr Und irre wie ein Jäger umher in der Steppe.
Strophe
1 Wie kann ich schweigen? Wie ruhig sein? Mein Freund, den so sehr ich liebte, ist zu Lehm geworden! 1 Werde nicht auch ich wie er mich niederlegen müssen Und in alle Ewigkeit nicht auferstehn?
Strophe
1 Jetzt, Schenkin, hab ich gesehn dein Angesicht.
1
Strophe
1
Strophe
1 Gilgamesch, wo läufst du hin? Das Leben, das du suchst, wirst du gewiss nicht finden!
1 Als die Götter die Menschheit erschufen. 1 Verhängten sie über den Menschen den Tod. 1 Das Leben behielten sie in ihrer Hand. 1 Darum, Gilgamesch, lass deinen Bauch gesättigt sein. 1 Tag und Nacht ergötze dich! 1 Feiere täglich ein Fest. 1 Tanze und spiele - bei Tag und bei Nacht! 1 Dein Gewand sei rein. 1 Wasch dir dein Haupt und bade mit Wasser dich! 1 Sieh doch, wie das Kindlein deine Hand ergreift. 1 Beglücke die Gattin an deiner Brust. 1 Dies ist des Menschen Los!
Strophe
1 Da sprach Gilgamesch zur Schenkin: 1 Nun, Schenkin, welches ist der Weg zu Utnapischtim? Was ist sein Merkmal? Gib es mir!
1 Gib mir sein Merkmal!
Strophe
1 O Schenkin, du wohnst am Gestade des Meeres. 1 Du weißt Bescheid, dein Herz … Zeige den Weg mir, wohin ich gehen soll … Wenn es möglich ist, will ich das Meer überqueren.
Strophe
1 Wenn es unmöglich ist, will ich weiter durch die Steppe reiten. 1 Die Schenkin sprach zu Gilgamesch:
1 Niemals, Gilgamesch, hat es einen übergang gegeben.
1 Niemand, der herkam seit Urzeiten, ging übers Meer. 1 Schamasch, der Held, überquert zwar das Meer. 1 Wer außer Schamasch kann's schon überqueren? Beschwerlich ist der übergang, der Weg dorthin gefahrenvoll. 1 Und die Gewässer des Todes dazwischen hindern die Weiterfaht. 1 Wenn du das Meer überschreitest Und die Gewässer des Todes erreichst, was willst du dann tun? Gilgamesch, da ist gerade Urschanabi, Utnapischtims Schiffer! 1 Ihm gehören die steinernen Säulen; im Waldesinnern sammelt er … Geh hin zu ihm, dass er dein Antlitz sieht! 1 Vielleicht kannst du mit ihm hinüberfahren, wenn nicht, kehr um! 1 Als Gilgamesch das hörte. 1 Nahm die Axt er in die Hand. 1 Zog den Dolch aus seinem Gürtel, schlüpfte hinein und stieg hinab zu ihnen. 1 Wie ein Pfeil stürzte er zwischen sie hinein. 1 Im Waldesinnern … Als Urschanabi … sah … Und die Axt hörte … Schlug er … auf den Kopf … Ergriff seine Hand …
Strophe
1 In seinem Zorn erschlug er sie. 1 Dann wandte er sich um und tritt zu ihm. 1 Urschanabi sieht ihm in die Augen. 1 Zu Gilgamesch spricht Urschanabi: 1 Sag an, wie heißt du? Ich bin Urschanabi und gehör zu Utnapischtim, dem Entrückten.
1 Da sprach Gilgamesch zu Urschanabi:
1 Ich heiße Gilgamesch Und komme aus Uruk, dem Hause des Anu.
1 Ich bin über den Berg gestiegen. 1 Auf dem Weg des Schamasch ziehend.
Strophe
1 Urschanabi sprach zu Gilgamesch: 1 Warum sind deine Wangen abgezehrt und ist dein Haupt gesenkt.
1 Ist dein Herz so aufgewühlt, sind deine Züge ganz entstellt. 1 Warum zog Wehmut ein in deinem Innern. 1 Gleicht dein Antlitz einem Wanderer auf fernen Wegen. 1 Warum haben … (Sonne) und Hitze dein Gesicht versengt? Warum reitest du wie ein Jäger nun durch die Steppe? 1 Zum Schiffer Urschanabi spricht da Gilgamesch:
1 O Urschanabi, sollen meine Wangen denn nicht abgezehrt sein und mein Haupt gesenkt.
1 Soll mein Herz nicht aufgewühlt sein, meine Züge ganz entstellt. 1 Soll nicht in meinem Innern Wehmut eingezogen sein. 1 Mein Antlitz einem Wanderer auf fernen Wegen gleichen. 1 Sollen … (Sonne) und Hitze nicht mein Gesicht versengt haben. 1 Und sollte ich nicht wie ein Jäger durch die Steppe reiten? Mein junger Freund - gehetzt hat er des Berges wilden Esel, den Leopard der Steppe! 1 - Enkidu, mein junger Freund - gehetzt hat er des Berges wilden Esel, den Leopard der Steppe! 1 Wir haben gemeinsam den Berg erstiegen. 1 Den Himmelsstier ergriffen und erschlugen wir. 1 Wir warfen auch Chumbaba nieder, der im Zedernwalde hauste. 1 Mein Freund, den so sehr ich liebte, der mit mir durch alle Mühsal ging. 1 Enkidu, mein Freund, den so sehr ich liebte, der mit mir durch alle Mühsal ging. 1 Ihn hat der Menschheit Los ereilt. 1 Sechs Tage, sieben Nächte habe ich um ihn geweint. 1 Ich ließ ihn nicht begraben. 1 Bis die Würmer auch seine Nase angefressen. 1 Ich fürchtete mich … Vor dem Tod bekam ich Angst und ritt durch die Steppe. 1 Das Geschick meines Freundes bedrückte mich sehr. 1 Auf einem fernen Wege ritt ich durch die Steppe. 1 Das Geschick Enkidus, meines Freundes, bedrückte mich sehr, auf einem fernen Wege ritt ich durch die Steppe. 1 Wie kann ich schweigen? Wie ruhig sein? Mein Freund, den so sehr ich liebte, ist zu Lehm geworden! 1 Enkidu, mein Freund, den so sehr ich liebte, ist zu Lehm geworden! 1 Werde nicht auch ich mich niederlegen müssen und in alle Ewigkeit nicht auferstehn? 1 Zu Urschanabi sagte Gilgamesch:
Strophe
1 Jetzt habe ich dein Angesicht gesehen, Urschanabi.
1
Strophe
1
Strophe
1 Nun, Urschanabi, welches ist der Weg zu Utnapischtim? Was ist sein Merkmal? Gib es mir! 1 Gib mir sein Merkmal! 1 Wenn es möglich ist, will ich das Meer überqueren. 1 Wenn es unmöglich ist, will ich weiter durch die Steppe reiten. 1 Urschanabi sprach zu Gilgamesch:
Strophe
1 … Utnapischtim, den Entrückten … … das Schiff besteigen. 1 … dich dorthin führen. 1 Die steinernen Säulen, Gilgamesch, brachten mich hinüber. 1 (Sie bewahrten mich davor), dass ich die Wasser des Todes berührte.
Strophe
1 Deine Hände, Gilgamesch, haben verhindert nun die überfahrt. 1 Du hast die steinernen Säulen zerbrochen … Die steinernen Säulen sind nun zerbrochen … Nimm nun, Gilgamesch, die Axt in deine Hand Und geh zum Wald hinab und schneide Stocherstangen dir zurecht von Ellen Länge jede. 1 Schäle ihre Rinde ab, … und bring sie her zu mir. 1 Als Gilgamesch dies hörte.
1 Nahm die Axt er in die Hand und zog den Dolch aus seinem Gürtel. 1 Ging in den Wald hinab, schnitt sich Stocherstangen von Ellen Länge jede. 1 Schälte ihre Rinde ab … und brachte sie zu Urschanabi. 1 Dann stiegen Gilgamesch und Urschanabi in das Schiff. 1 Legten ab vom Ufer und fuhren dahin. 1 Einen Weg von einem Monat, fünfzehn Tagen hatten sie zurückzulegen insgesamt. 1 Am dritten Tag erschrak er (Gilgamesch): Urschanabi hatte nun die Gewässer des Todes erreicht.
Strophe
1 Zu Gilgamesch sprach Urschanabi: 1 … Gilgamesch!
1 Nimm eine Stocherstange! 1 Doch sieh dich vor, dass deine Hand die Todeswasser nicht berührt! 1 Nimm eine zweite, dritte, vierte Stocherstange, Gilgamesch! 1 Nimm eine fünfte, sechste, siebte Stocherstange, Gilgamesch! 1 Nimm eine achte, neunte, zehnte Stocherstange, Gilgamesch! 1 Nimm eine elfte und noch eine zwölfte Stocherstange, Gilgamesch! 1 Nach zweimal sechzig hatte alle Stocherstangen Gilgamesch verbraucht.
1 Er aber löste seinen Gürtel … Es streifte Gilgamesch die Kleider sich vom Leib. 1 Mit seinen Händen hielt er wie an einem Mast sie hoch. 1 In die Feme schaute Utnapischtim. 1 Er spricht in seinem Herzen diese Worte. 1 Bei sich selbst beratend: 1 Warum sind die steinernen Säulen des Schiffes zerstört? Und warum fährt im Schiff, jemand der nicht dazu befugt? Der Mensch, der dort sich naht, gehört nicht zu den Meinen!
Strophe
1 Zu Gilgamesch sprach Utnapischtim: 1 Warum sind deine Wangen abgezehrt und ist dein Haupt gesenkt.
1 Ist dein Herz so aufgewühlt, sind deine Züge ganz entstellt? Warum zog Wehmut ein in deinem Innern. 1 Gleicht dein Antlitz einem Wanderer auf fernen Wegen? Warum haben Sonne und Hitze dein Gesicht versengt? Warum rittest du … denn durch die Steppe? 1 Zu Utnapischtim sprach da Gilgamesch:
1 O Utnapischtim, sollen meine Wangen denn nicht abgezehrt sein und mein Haupt gesenkt,
Strophe
1 Soll mein Herz nicht aufgewhlt sein, meine Züge ganz entstellt. 1 Soll nicht in meinem Innern Wehmut eingezogen sein. 1 Mein Antlitz einem Wanderer auf fernen Wegen gleichen. 1 Sollen Sonne und Hitze nicht mein Gesicht versengt haben. 1 Und sollte ich nicht wie ein Jäger durch die Steppe reiten? Mein junger Freund - gehetzt hat er des Berges wilden Esel, den Leopard der Steppe! 1 Enkidu, mein junger Freund - gehetzt hat er des Berges wilden Esel, den Leopard der Steppe! 1 Wir haben gemeinsam den Berg erstiegen. 1 Den Himmelsstier ergriffen und erschlugen wir. 1 Wir warfen auch Chumbaba nieder, der im Zedernwalde hauste. 1 In den Pässen des Berges habe ich gewaltige Hunde getötet. 1 Mein Freund, den so sehr ich liebte, der mit mir durch alle Mühsal ging. 1 Enkidu, mein Freund, den so sehr ich liebte, der mit mir durch alle Mühsal ging. 1 Ihn hat der Menschheit Los ereilt. 1 Sechs Tage, sieben Nächte habe ich um ihn geweint. 1 Ich ließ ihn nicht begraben. 1 Bis die Würmer auch seine Nase angefressen. 1 Ich fürchtete mich … Vor dem Tod bekam ich Angst und ritt durch die Steppe. 1 Das Geschick meines Freundes bedrückte mich sehr, auf einem fernen Wege ritt ich durch die Steppe. 1 Das Geschick Enkidus, meines Freundes, bedrückte mich sehr, auf einem fernen Wege ritt ich durch die Steppe. 1 Wie kann ich schweigen? Wie ruhig sein? Mein Freund, den so sehr ich liebte, ist zu Lehm geworden! 1 Enkidu, mein Freund, den so sehr ich liebte, ist zu Lehm geworden. 1 Werde nicht auch ich mich niederlegen müssen und in alle Ewigkeit nicht auferstehn? 1 Dann sagte Gilgamesch zu Utnapischtim:
1 dass ich nun zu Utnapischtim käme und ihn sähe, welchen man den Entrückten nennt.
1 Lief ich umher und kam durch alle Länder. 1 stieg über schwer zu bezwingende Berge. 1 Fuhr ich über alle Meere. 1 Mein Antlitz hat niemals genug des süßen Schlafs genossen. 1 Durch schlaflose Nächte bereitete ich selbst mir Ungemach, meine Glieder erfllte ich mit Weh. 1 Noch ehe ich zum Hause der Schenkin kam, war meine Kleidung schon abgenutzt. 1 Bär, Hyäne, Löwe, Leopard und Tiger habe ich getötet, auch Hirsch und Steinbock, das Wild und die Herdentiere der Steppe. 1 Ich aß ihr Fleisch, zog ihre Felle an. 1 … rege man ihr (Siduris) Tor verriegeln, mit Pech und Asphalt … 1 Zu Gilgamesch sprach Utnapischtim:
Strophe
1 Der grauenhafte Tod … Bauen wir ein Haus für alle Ewigkeit? Siegeln wir für alle Ewigkeit? Teilen Brüder denn für alle Ewigkeit? Bleibt der Hass für alle Ewigkeit auf Erden? Schwillt der Fluss für immer an, dass die Flut hereinbricht? Die Libelle … … der Sonne Antlitz zu erblicken.
1 Von Anbeginn gibt´s nicht Beständigkeit! 1 Wie gleicht der Schläfer doch dem Toten! 1 Zeichnen beide doch des Todes Bild! 1 Ob Herr, ob Knecht, sie beide nähern sich dem Ende. 1 Die Anunnaki, die großen Götter sind versammelt. 1 Mammetum, die Schicksalsschöpferin, setzt mit ihnen die Geschicke fest. 1 Sie bestimmen Tod und Leben. 1 Doch des Todes Tag enthüllen sie dir Nicht
Tafel 11
Strophe
1 Zu Utnapischtim, dem Entrückten, spricht nun Gilgamesch: 2 Wenn ich dich so sehe, Utnapischtim.
3 Dann bist du ganz wie ich, du bist nicht anders an Gestalt. 4 Ja, du bist nicht anders, bist wie ich. 5 Ich hatte in meinem Herzen gedacht, du seist zu kämpfen bereit. 6 Doch ruhst du jetzt und liegst auf deinem Rücken. 7 So sage mir, wie du in die Versammlung der Götter trat`st und so das Leben fandest! 8 Zu Gilgamesch sprach darauf Utnapischtim: 9 Etwas Verborgenes will ich dir, o Gilgamesch, enthüllen.
10 Ein Geheimnis der Götter will ich dir verkünden.
Kaum hatte er sich hingesetzt. 11 Schuruppak - du kennst die Stadt. 12 Sie ist am Ufer des Euphrats gelegen. 13 Diese Stadt war schon alt; In ihrer Mitte waren die Götter. 14 Da beschlossen die großen Götter in ihrem Herzen, eine Sintflut kommen zu lassen. 15 Auch Anu, ihr alter Vater, plante mit ihnen. 16 Enlil, der Held, der sie berät. 17 Ihr Stellvertreter Ninurta. 18 Ennugi, ihr Deichvorsteher. 19 Der klarsichtige Gott Ea saß mitten unter ihnen. 20 Ihre Worte gab einer Rohrhütte er wieder: 21 Rohrhütte! Rohrühtte!
22 Wand! 23 Wand! 24 Höre, o Rohrhütte! 25 Halle wider, o Wand! 26 Du Mensch aus Schuruppak, Sohn des Ubara-Tiatu! 27 Reiß nieder dein Haus, bau dir ein Schiff. 28 Laß fahren all deine Habe, dein Leben suche zu retten! 29 Schwör ab dem Besitz und gewinne das Leben! 30 Nimm allerlei lebend'gen Samen in dein Schiff hinein! 31 Das Schiff, das du erbauen sollst. 32 Soll diese Maße haben: Gleich solln sein die Länge und die Breite. 33 Wie der Apsu soll bedeckt es sein! 34 Da ich's verstand, sprach ich zu Ea. 35 zu meinem Herrn: Siehe da, mein Herr, was du mir aufgetragen hast.
36 Darauf hab ich geachtet ehrfurchtsvoll und will es tun. 37 Doch was soll der Stadt ich entgegnen, den Bürgern undÄltesten?38 Ea sprach zu mir, seinem Knecht: 39 O Mensch, spricht so zu ihnen: Weil nun Enlil mich verstoßen hat.
40 Will ich auch in eurer Stadt nicht länger wohnen 41 und nicht mehr auf Enlils Boden meine Füße stellen. 42 Sondern will hinab zum Apsu steigen und bei Ea wohnen, meinem Herrn. 43 Dann wird herab auf euch er regnen lassen überfluß. 44 … von Vögeln … und von Fischen. 45 … reiche Ernte … Wird einen wahren Weizen
-Regen auf euch regnen lassen. 46 Als der Morgen gerade zu dämmern begann. 47 Scharten sich um mich die Leute. 48 Der Zimmermann brachte mir das Bauholz 49 Die Kinder trugen Erdpech her. 50 Die starken Männer brachten alles Nötige. 51 Am fünften Tag entwarf ich dann sein Rahmenwerk. 52 Ein iku maß seine Bodenfäche. 53 Je hundertzwanzig Ellen waren seine Wände hoch. 54 Je hundertzwanzig Ellen die vier Kanten seiner Decke lang. 55 Ich entwarf seine Räume und fügte sie dann zusammen. 56 Sechs Zwischenböden legte ich an. 57 In sieben Stockwerke teilte ich es ein. 58 Die Bodenflächen teilte ich in je neun Teile. 59 In mittlerer Höhe trieb ich Wasserpflöcke hinein. 60 Stangen besorgte ich auch und schaffte Vorrat heran. 61 Sechs Saren Erdpech warf ich in den Ofen Und goß drei Saren Asphalt dazu. 62 Drei Saren öl trugen die Korbträger Außer einem Sar öl, das zum Verzehr gebraucht wurde. 63 Nebst einem Sar öl, das der Schiffer heimlich verstaute. 64 Für die Handwerker schlachtete ich Stiere. 65 Täglich tötete ich Schafe. 66 Most, Rotwein, öl und Weißwein Gab ich zu trinken wie Wasser vom Fluß den Leuten. 67 Sie feierten ein Fest ganz wie am Neujahrstag. 68 … Salbe, meine Hand … Das Schiff war fertig … Schwierig war der Stapellauf. 69 Man musste vorne und hinten … anbringen. 70 Bis das Schiff zu zwei Dritteln im Wasser lag. 71 Alles, was ich hatte, lud ich ein. 72 Alles, was an Silber ich besaß, das lud ich ein. 73 Alles, was an Gold ich hatte, lud ich ein. 74 Alles, was an lebendigem Samen aller Art ich hatte, lud ich ein. 75 Meine ganze Familie, alle die mit mir verwandt, ließ ins Schiff ich steigen. 76 Dann ließ ich das Wild der Steppe, die Steppentiere und alle Handwerkssöhne hineingehen. 77 Schamasch setzte mir dann auch den Zeitpunkt fest: 78 Wenn der Sturmgebieter am Abend einen Hagelregen schicken wird.
79 Dann sollst du in dein Schiff einsteigen und die Tür zuschließen. 80 Der bestimmte Zeitpunkt kam heran: 81 Der Sturmgebieter ließ am Abend einen Hagelregen kommen. 82 Ich sah das Wetter mir an. 83 Furchtbar war, das Wetter anzuschaun. 84 Da stieg ich in das Schiff hinein und schloss die Türe zu. 85 Das Schiff nun startbereit zu machen, gab ich Befehl dem Schiffer Puzur-Amurri 86 und vertraute ihm die Arche mit allen Insassen an. 87 Als der Morgen gerade zu dämmern begann. 88 Stieg eine schwarze Wolke vom Horizont empor. 89 Adad donnert darin. 90 Schullat und Chanisch ziehn vor ihm her. 91 über Berg und Tal als Herolde. 92 Erragal reißt die Stöpsel heraus. 93 Es eilt Ninurta dahin, dass die Dämme brechen. 94 Die Anunnaki hoben die Fackeln empor … Die Erde mit ihrem Glanz zu erleuchten. 95 Bestürzt wurde der Himmel um Adads willen. 96 Der alles Licht in Finsternis verwandelt. 97 Da zerbrachen die Schollen der Erde wie ein irdener Krug Einen Tag lang tobte der Orkan. 98 Raste immer schneller … die Wasser … aue Berge … Wie ein Schlachtgetümmel … Keiner sieht den andern mehr. 99 Auch vom Himmel her kann man die Menschen jetzt nicht mehr erkennen. 100 Die Sintflut versetzte die Götter in Schrecken. 101 Sie flohen und stiegen zum Himmel des Anu hinauf. 102 Die Götter kauern wie ein Hund und ducken an der Ischtar schreit wie eine Gebärende. 103 Fürwahr, zu Lehm geworden ist die alte Welt.
Die Anunnaki-Götter klagen mit ihr. 104 Nur weil ich Unheil gebot in der Götter Versammlung! 105 Die Schlacht zur Vernichtung (all) meiner Menschen befehlen. 106 Wenn ich doch selber es war, welche die Menschenkinder gebar! 107 Wie Fischbrut so zahlreich erfüllen nun sie das Meer.108 … … sechs Tage, sieben Nächte Wütete der Sturm, die Sintflut, der Orkan fegte über die Erde hinweg. 109 Als nun der neunte Tag anbrach, da schlug der Orkan Sintflut, das Schlachtgetümmel, nieder. 110 Die wie eine Kreißende gewütet hatte. 111 Das Meer wurde ruhig, der unheilvolle Sturm die Sintflut hörte auf. 112 Ich schaute auf das Meer, still war es ringsum. 113 Und die ganze Menschheit war zu Lehm geworden. 114 Da öffnete ich welt das Fenster: Die Sonnenstrahlen fielen auf mein Angesicht. 115 Nieder kniete ich, setzte mich und weinte. 116 Tränen flossen über mein Gesicht. 117 Ich schaute in alle Richtungen aus nach den Ufern des endlosen Meeres: Da tauchte in einer Entfernung von zwölf … ein Landstrich auf. 118 Am Berg Nisir war das Schiff gestrandet. 119 Der Berg Nisir erfasste das Schiff und ließ es nicht schwanken. 120 Einen Tag und einen zweiten erfasste der Berg Nisir das Schiff und ließ es nicht schwanken. 121 Einen dritten Tag und einen vierten Tag erfasste der Berg Nisir das Schiff und ließ es nicht schwanken. 122 Einen fünften Tag und einen sechsten Tag erfasste Berg Nisir das Schiff und ließ es nicht schwanken. 123 Als der siebente Tag anbrach. 124 Gab ich eine Taube hinaus und ließ sie fliegen. 125 Die Taube flog davon und kam zurück: Sie fand keinen Ruheort und kehrte um. 126 Dann gab ich eine Schwalbe hinaus und ließ sie fliegen. 127 Die Schwalbe flog davon und kam zurück: Sie fand keinen Ruheort und kehrte um. 128 Einen Raben gab ich nun hinaus und ließ ihn fliegen. 129 Der Rabe flog davon, und als er sah, dass das Wasser schwand. 130 Fraß er, im Schlamm watend, krächzte und kehrte nicht um. 131 Da ließ ich alles hinaus nach den vier Winden und brachte ein Tieropfer dar: Ich brachte ein Räucheropfer auf dem Gipfel des Berges dar: Sieben und sieben Räuchergefäße stellte ich hin. 132 Und schütte Süßrohr, Zedernholz und Myrte darunter. 133 Die Götter rochen den Duft. 134 Die Götter rochen den süßen Geruch. 135 Die Götter versammelten wie Fliegen sich über dem Opfernden. 136 Sobald die erhabene Göttin herankam. 137 Hob sie die große Juwelenkette empor, die Anu nach ihrem Wunsche angefertigt hatte: 138 O ihr Götter hier, so wahr ich den Edelsteinschmuck an meinem Halse nicht vergessen werde.
Als aber Ea - herantrat Und das Schiff sah, da ward Enlil von Zorn. 139 Will ich auch dieser Tage mich erinnern und sie in alle Ewigkeit nicht mehr vergessen. 140 Mögen die Götter zum Räucheropfer kommen. 141 Nur Enlil soll fern dem Räucheropfer bleiben. 142 Weil er ohne Verstand die Sintflut kommen ließ. 143 Und meine Menschen der Vernichtung preisgegeben hat!144 Ward zornerfüllt über die Götter, die Igigi: 145 Ist doch eine lebendige Seele davongekommen? Kein Mensch sollte die Vernichtung überleben!
146 Da sprach Ninurta zum Helden Enlil: 147 Wer außer Ea schmiedet schon Pläne? Denn Ea allein kennt alle Technik und Wissenschaft.
148 Da sprach Ea zu Enlil, dem Helden: 149 Du Weiser unter den Göttern, du Held.
Dann stieg Enlil in das Schiff. 150 Wie, wie konntest du nur ohne Verstand die Sintflut hereinbrechen lassen! 151 Dem Sünder bürde seine Sünde auf, dem übeltäter bürde seinen Frevel auf! 152 Doch lass die Stricke locker, dass er nicht erwürgt wird … Statt, dass du eine Sintflut kommen ließest, hätte doch ein Löwe sich erheben können, um die Menschheit zu vermindern. 153 Statt, dass du eine Sintflut kommen ließest, hätte sich doch auch ein Wolf erheben können, um die Menschheit zu vermindern. 154 Statt, dass du eine Sintflut kommen ließest, hätte eine Hungersnot die Erde auch heimsuchen können. 155 Statt, dass du eine Sintflut kommen ließest, hätte doch der Pestgott (Erra) sich erheben können, um die Erdbewohner hinzumetzeln. 156 Ich habe das Geheimnis der großen Götter nicht enthüllt! 157 Vielmehr ließ den äußerst Weisen (Atrachasis) einen Traum ich sehen, und so erfuhr er der Götter Geheimnis. 158 Nun ratschlage über ihn!159 Nahm mich bei der Hand und ließ mich einsteigen. 160 Ließ meine Frau einsteigen und neben mir knien. 161 Stellte sich zwischen uns hin, berührte unsre Stirn und segnete uns also: 162 Vordem war Utnapischtim nur ein Mensch.
Da nahmen sie mich und lieben fern an der Mündung der Ströme mich wohnen. 163 Fortan sollen Utnapischtim und seine Frau wie wir Götter sein. 164 Wohnen soll Utnapischtim fern an der Mündung der Ströme!165 Doch, wer wird zu dir (Gilgamesch) nun die Götter versammeln. 166 damit du das Leben auch findest, nach welchem du strebst? Wohlan! 167 Lege dich nicht schlafen sechs Tage lang und sieben Nächte!168 Da wehte ihn der Schlaf wie Nebel an. 169 Zu seiner Frau spricht Utnapischtim: 170 Schau nur den kräftigen Menschen dir an, der nach dem Leben verlangt.
Zu Utnapischtim sagte seine Frau: 171 Der Schlaf weht ihn wie Nebel an.172 Rühr ihn an, das erwache der Mensch!
Zu seiner Frau sprach Utnapischtim: 173 In Frieden kehr(e) er auf der Straße, die er ging, zurück! 174 Durchs Tor, von dem er ausging, mag in sein Land zurück er kehren.175 Betrügerisch sind Menschen; er wird auch dich auch betrügen!
Sie buk ihm Brote, legte sie an seinem Haupte nieder - Und vermerkte an der Wand die Tage, die er schlief - Sein erstes Brot vertrocknete. 176 Wohlan back Brote ihm, leg sie an seinem Haupte nieder - Und vermerke an der Wand die Tage, die er schlief.177 Das zwölfte ist verdorben, das dritte war noch feucht, das vierte wurde weiß … Das fünfte war schon schimmelig, das sechste war gerade erst gebacken. 178 Als das siebente in den Ofen geschoben ward, rührte er ihn an; da erwachte der Mensch. 179 Zu Utnapischtim, dem Entrückten, sprach jetzt Gilgamesch: 180 Kaum ergoss der Schlaf sich über mich.
Zu Gilgamesch sprach Utnapischtim: 181 Da rührtest du mich an und hast mich wachgerüttelt.182 Nun denn, Gilgamesch, zähl deine Brote.
Gilgamesch sprach zu Utnapischtim, dem Entrückten: 183 dass die Tage, die du schliefst, dir kund nun werden: Dein erstes Brot vertrocknete. 184 Das zweite ist verdorben, das dritte ist noch feucht, das vierte wurde weiß … Das fünfte ist schon schimmelig, das sechste ist gerade erst gebacken. 185 Als das siebente in den Ofen geschoben ward, da wachtest du auf186 Was soll ich machen, o Utnapischtim, wo soll ich hingehn? Er, der (des Lebens) beraubt, hat meine Glieder schon lange gepackt!
187 Im Haus meines Ruhelagers wohnet der Tod! 188 Und Tod ist, wohin ich auch gehe! 189 Utnapischtim sprach zum Schiffer Urschanabi:
190 Urschanabi, der Landeplatz verachte dich, der übergang sei dir versagt.
Urschanabi nahm ihn, brachte ihn zum Waschplatz. 191 Der du an seiner Küste aus- und eingingst, meiden sonst du fernerhin den Strand! 192 Der Mensch, den du hierher geführt hast, ist von Schmutz bedeckt an seinem Leib. 193 Die Anmut seines Fleisches haben Felle ganz entstellt. 194 Nimm ihn, Urschanabi, und bring ihn zum Waschplatz. 195 dass er von seinem Schmutz sich rein, wie Schnee mit Wasser wasche! 196 Seine Felle werfe er nun ab, es trage sie das Meer davon! 197 Sein schöner Körper werde sichtbar! 198 Erneuert werde seines Hauptes Binde! 199 Mit einem Gewand bekleide er sich, seine Scham zu bedecken! 200 Bis er kommt zu seiner Stadt. 201 Bis er das Ziel seines Weges erreicht. 202 Soll nicht ergrauen das Gewand, neu, ganz neu soll es bleiben!203 Er wusch von seinem Schmutz sich rein wie Schnee mit Wasser. 204 Seine Felle warf er ab, das Meer trug sie davon, und Sichtbar ward sein schöner Körper. 205 I Er erneuerte die Binde seines Hauptes. 206 Mit einem Gewand bekleidete er sich, seine Scham zu bedecken. 207 Bis er zu seiner Stadt kommen würde. 208 Bis er das Ziel seines Weges erreichen würde. 209 Sollte das Gewand ergrauen nicht, neu, ganz neu, soll es bleiben. 210 Gilgamesch und Urschanabi bestiegen das Schiff. 211 Sie stießen das Schiff ab vom Strand und glitten dahin. 212 Zu Utnapischtim, dem Entrückten, sprach nun seine Frau: 213 Hierher kam Gilgamesch, erschöpft und völlig abgespannt.
214 o Was gibst du ihm, womit er wieder in sein Land zurückkehrt? 215 Er aber, Gilgamesch, hob die Stocherstange hoch 216 und brachte das Schiff wieder ans Ufer heran. 217 Zu Gilgamesch sprach Utnapischtim: 218 O Gilgamesch, du kamst hierher, erschöpft und völlig abgespannt.
219 Was geb ich dir, womit du wieder in dein Land zurückkehrst? 220 Enthüllen will ich dir, o Gilgamesch, etwas Verborgenes. 221 Ein Geheimnis der Götter will ich dir verraten: 222 Es gibt eine Pflanze - wie ein Dornstrauch … 223 Wie eine Rose werden seine Dornen in die Hand dich stechen. 224 Wenn deine Hände diese Pflanze erhaschen, wirst du das Leben auch finden! 225 Kaum hatte Gilgamesch dies vernommen … 226 und Band (er) an seine Füße schwere Steine. 227 Zum Apsu zogen sie ihn nun hina 228 Er ergriff die Pflanze, mochte sie auch stechen in die Hand. 229 Schnitt die schweren Steine ab von seinen Füßen. 230 So dass die Strömung ihn ans Ufer warf. 231 Zum Schiffer Urschanabi sagte Gilgamesch: 232 O Urschanabi, diese Pflanze ist eine Pflanze …
233 Durch sie gewinnt der Mensch seine Jugendkraft zurück. 234 Ich werde die Pflanze nach Hürden-Uruk bringen, dass sie davon essen und … 235 Dies ist ihr Name: Als Greis wird wieder jung der Mensch. 236 Auch ich will einmal davon essen, damit mir meine Jugend wiederkehre. 237 Nach zwanzig Doppelstunden brachen sie sich einen Bissen ab (vom Brot). 238 Nach dreißig Doppelstunden lieben sie zur Abendrast sich nieder. 239 Einen Brunnen mit kühlem Wasser sah Gilgamesch. 240 Stieg hinunter, sich mit dem Wasser zu waschen. 241 Den Duft der Pflanze roch eine Schlange. 242 Sie kam herauf und stahl ihm die Pflanze. 243 Als sie zurückkehrte, warf sie die Haut ab. 244 Da setzte Gilgamesch sich nieder, weinte. 245 Die Tränen rannen übers Antlitz ihm. 246 … des Schiffers Urschanabi: 247 Ach, Urschanabi, für wen mühten meine Hände sich?
248 Für wen verströmte meines Herzens Blut? 249 Mir selbst erwarb ich gar nichts Gutes. 250 Nur dem Löwen des Erdbodens habe ich Gutes getan! 251 Zwanzig Doppelstunden trug mich fort die Strömung. 252 Als ich … (die Augen) öffnete … … Ach, warum bin ich nur aus dem Schiff gestiegen. 253 Und habe am Ufer (bei Utnapischtim) stehen es gelassen?! 254 Nach zwanzig Doppelstunden brachen sie sich einen Bissen ab. 255 Nach dreißig Doppelstunden ließen sie zur Abendrast sich nieder. 256 Als sie nach Hürden-Uruk hineinkamen. 257 Da sagte Gilgamesch zu Urschanabi, dem Schiffer: 258 Steh auf und geh entlang an Uruks Mauer, Urschanabi!
259 Besieh das Fundament! 260 Prüf doch die Ziegel: Sind ihre Ziegel nicht gebrannt. 261 Ward nicht ihr Grundriss weise festgelegt durch sieben Maße? 262 Ein Sar ist groß die Stadt, ein Sar die Palmengärten, 263 ein Sar die Niederungen, 264 dazu noch das Gebiet des Ischtar-Tempels: 265 Drei Saren also samt dem (heiligen) Bezirk von Uruk schließt sie ein!
bibelarbeit.info